The Sword – Hammer of Heaven

von am 4. Juli 2012 in EP

The Sword – Hammer of Heaven

Um die Wartezeit auf das vierte Studioalbum ‚Apocryphon‚ zu verkürzen, schicken The Sword einen knapp sechs Jahre alten Songs als Interimssingle ins Rennen. Der trumpft einerseits als breitbeiniger Sludge-Rocker  auf , bekräftigt aber auf der anderen Seite jedoch auch insgeheim die These, dass die Mannen um J.D. Cronise ihre stärkste Phase eventuell seit dem Debütalbum hinter sich haben.

Da gehen die Meinungen natürlich auseinander, aber: so gut wie auf ‚Age of Winters‚ waren The Sword nie mehr so richtig. Wer nachfolgende Alben wie ‚Gods of the Earth‚ und ‚Warp Riders‚ produziert hat, dem kann das zwar auch egal sein, aber dennoch war 2006 die tollkühne Melange aus Sludge, Doom, Stoner, Hard Rock und Metal bereits auf dem Zenit angekommen. ‚Hammer of Heaven‚ weckt nun die Hoffnungen, dass The Sword nach den stattgefundenen Veränderungen der letzten beiden Jahre wieder an alte Glanztaten anknüpfen können, nicht nur, weil man mit der Single einen Song aus den ‚Age of Winter‚ Sessions erstmals auf Tonträger gepresst hat.

Der Labelwechsel vom Szenegiganten Kemado zu Razor & Tie mag da zwar verwundern (vielleicht sogar noch mehr, als dass die Metalmänner mittlerweile ihre eigene Pfeffersauce produzieren – samt Fanshirt!) , dass The Sword nun aber im gleichen Stall stehen wie Twisted Sister passt dann doch wieder irgendwie. Und dass mit Santiago „Jimmy“ Vela III nach Interimstourschlagzeuger Kevin Fender das bisher schwächste Glied der Kette – der limitiert handwerkende Trivett Wingowohl optimal ersetzt wurde, stimmt für ‚Apocryphon‘ natürlich zusätzlich optimistisch, wovon man nach auf der B-Seite der nun veröffentlichten 7″ überzeugen kann: ‚Ebethron‚ ist da Dokument der Livewucht The Sword, ein netter Aufputz für die auf 1000 Stück limitierte Picture Disc auf schwarzem Vinyl – 300 Stück davon handsigniert und nummeriert.

Natürlich ist das wahre Highlight der (noch vom Originallineup eingespielte) Titelsong: ein gemächlich drückender, mahlender Metalsong alter Prägung, inklusive Slo-Mo-Riffs , Nackenbrecherrefrain, Cowbellabgang, Soli und einer The Sword typischen Geschichte über eine Welt vor dem Hammerfall. Dass der Song es einst nicht auf ‚Age of Winters‚ geschafft hat, weil die Texte („Hammer of Heaven/Hammer of Heaven/Hammer of Heaven/Oh/Oh) nach eigener Auffassung zu uninspiriert geraten waren, fällt nicht zuletzt angesichts des Kontextes ebenso wenig ins Gewicht, wie es sechs Jahre zuvor zu Kopfschütteln verleitet hätte – dann schon eher zum Headbangen. Denn das größte Kompliment, dass man den knapp sechs Minuten der A-Seite machen kann: ‚Hammer of Heaven‚ hätte doch ganz famos auf dem Debütalbum seinen Platz gefunden!

Aber dieses Kleinod scheint ohnedies unter Fehleinschätzungen und neuerdings auch wenig Gegenliebe leiden zu müssen:  ‚Hammer of Heaven‘ hätte ursprünglich auf dem Avengers‚-Soundtrack landen sollen und wäre dort nicht nur ideal angelegt gewesen, sondern hätte dem müden Songsammelsurium auch definitiv mehr Klasse verliehen. Aus „Platzmangel“ (bei 53 Minuten Spielzeit…?!) wurde es dann doch nichts daraus. Umso schöner natürlich, dass ‚Hammer of Heaven‚ nun doch noch in schicker Aufmachung den Weg in die Fansammlung findet – auch, wenn das in erster Linie Hardcorefans und Komplettisten in Verzückung versetzen wird.

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  • The Sword – Apocryphon - HeavyPop.at - […] ‚Hammer of Heaven‚ als interimistisches Ausgrabungsstück hat insofern die Richtung schon vorgegeben. Und dass ‚The Veil of Isis‚ zu…

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