Dead Kiwis – Extreme Metal
Fans von The Dillinger Escape Plan, Frontierer, The Chariot oder Every Time I Die werden mit der Zunge schnalzen: Auf Extreme Metal ziehen Dead Kiwis endlich die von Systematic Home Run und Karate Karnage gezogene Schneise weiter.
Nach der langen Auszeit von fast sieben Jahren hat sich das Lyoner Quintett sein Faible für (übrigens nicht KI-generierte) Synthwave-Artworks behalten, aber jedwede in die Irre führen wollenden Alibi-Sprengsel des entsprechendes Genres in ihrer Musik endgültig getilgt.
Stattdessen konzentriert sich Extreme Metal voll und ganz auf zutiefst eklektischen Mathcore mit latenter Grind-Attitüde, unbedingt heavy und überschaubar originell, dafür enorm entwaffnend, zwingend und konsequent in seiner Effektivität – ebenso keinen Hehl aus seinen namhaften Idolen machend, wie diesen keinerlei Schande bereitend.
Dass die die acht neuen, zutiefst eklektische Songs auf 22 Minute Spielzeit minimal länger als jene von den (das noch aus der Reihe tanzende Debüt Eponyme von 2014 mal geflissentlich ignorierend) Vorgängerwerken, bedeutet in seiner Ergiebigkeit zwar auch eine relative Sättigung ob einer gewissen Gleichförmigkeit, allerdings auch mehr Bandbreite, in denen das Chaos aus typischen Panic Chords, hektisch groovenden Riffs und breitbeinig malträtierenden Gebrüll all seine dringliche Energie und Kraft in punkig drückende Attacken mit metallischer Ästhetik übersetzt.
Der Fokus ist dabei beachtlich und zumindest drei Viertel der Platte atemlos fesselnd. Pudding Guy hakt manisch und steigt hinten raus Bremse, damit Chainsaw’s Silence breitbeiniger schreien kann. The Laser Cult’s Sacrifice hat ein paar Laser-Effekte aus dem Synth-Repertoire von The Locust als Patina und das grimmige Cynical Animal wütet sogar ein bisschen wie Celeste auf Speed. Bloody Irreversible Tornado Extinction radikalisiert sein Stakkato dagegen vom Calculating Infinity-Worshipping weg und Tiger Mansion hyperventiliert in gerade einmal 111 Sekunden vor der ausladenden Geste Predator, die den Spannungsbogen von Extreme Metal auch trotz einer gewissen Redundanz in Slayer (augerechnet als längsten Song und Schlußpunkt) anzieht.
Aber selbst aus einer gewissen generische Deckungsgleichheit mit vielen Genre-Kollegen lässt sich kein Strick drehen: Dead Kiwis machen auf ihrem Comeback auch ohne Genieblitz einfach nichts falsch.


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