Bleach Wave – Gaslighter

von am 18. Oktober 2020 in Single

Bleach Wave – Gaslighter

Dass Bleach Wave rund um die Trash Nostalgia EP dem bisherigen Klassenbesten Chastity verdammt dicht auf die Pelle gerückt ist, kann man vielleicht zeitgerecht verpasst haben. Die Single Gaslighter schlägt nun jedoch in die selbe Kerbe und sollte deswegen auf vielen Radargeräten auftauchen.

Cameron McBride aus Albuquerque hat die darauf von der Leine gelassenen Melange aus anachronistischem Alternative Rock, Grunge-Pop und Emo-Attitüde, die sich von dem nicht von irgendwo kommenden Nirvana-Banner über Weezer bis zu den Smashing Pumpkins erstreckt, offenbar mit einem Patent für extrem eingängige Ohrwürmer gepachtet – spätestens wenn der Starkstrom-Refrain auch diesmal wieder mit infektiös-packender Sehnsucht zur Hymne abhebt und seinen dabei doch auch nach vorhersehbarem Muster arbeitenden MO kurzerhand mit der nötigen Energie jede Ermüdungserscheinung abspricht.

Bis dahin drückt die vorerst für sich alleine stehende Bleach Wave-Single ihr Riff zu einer melancholischen Strophe, deren Zurückgenommenenheit und atmosphärische Flächenarbeit der Gitarre dennoch Möglichkeiten zu quengelnden Mätzchen lässt, während Gaslighter seine Melodie direkt aus einer Zeitkapsel zu ziehen scheint, die Anfang der 00er Jahre mit punkrockiger Anstrengung vergraben wurde – darf man da gar entfernt an Sum 41 mit Brand New-Bubblegum denken?
Egal: Diese eklektischen und referentiellen Bausteine verlangen vielleicht keine Originalitätpreise, lassen in ihrer überschwänglichen Impulsivität aber nicht nur irritierende Lautstärke-Schwankungen im fetten Sound nebensächlich erscheinen, sondern auch, dass Trash Nostalgia genau genommen die noch größeren Hits versammelte. Immerhin gibt es Gaslighter nach NYP-Beitrag via Bandcamp – und keine Ausreden mehr, dieses bis jetzt furios auftragende Projekt nicht mit süchtig machender Wucht unbedingt auf der Rechnung zu haben. Was für eine heiße Aktie!

Print article

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen