Bon Iver – Naeem (Can’t You Hear Crying)

von am 1. Februar 2026 in Single

Bon Iver – Naeem (Can’t You Hear Crying)

Justin Vernon kann sich nach Sable, Fable zumindest vorerst nicht vorstellen, noch einmal Musik als Bon Iver aufzunehmen. Seinen karitativen Beitrag zu den politischen Auflehnungen in Minnesota will er so zumindest in Form einer Live-Version von Naeem beisteuern.

100% of proceeds will be donated to the Immigrant Law Center of Minnesota. Join in to support those organizing, protecting, and sheltering against ICE in the state. The Immigrant Law Center of Minnesota provides free immigration legal representation to low-income immigrants and refugees in Minnesota and North Dakota. Learn more here:  www.ilcm.org“ steht also auf Bandcamp zu lesen, wo Naeem exklusiv zu erstehen ist.
Sicher kann man den nun hier den passenden Untertitel (Can’t You Hear Crying) bekommen habenden i,i-Song dann auch problemlos auf die aktuellen Ereignisse in den USA beziehen, sofern man ihn inhaltlich von der persönlichen Ebene heraufzieht. Dennoch fühlt sich die Veröffentlichung auf eine andere Art vielleicht sogar noch willkürlicher in den Ring steigend an, als Minnesota Nazis.

Doch wo der Zweck wohl die Mittel heiligt, stimmt zumindest die Qualität: Das am 17. Juni 2023 (als Finale der regulären Setlist am La Prima Estate Festival, Lido di Camaiore) in klarem, prägenden Sound-Gewand aufgenommene Naeem hat live dokumentiertermaßen eine packendere Hebelwirkung als im Studio.
Die Band – Sean Carey (drums, singing, keyboards), Andrew Fitzpatrick (guitar, guitar synthesizer, sampling), Michael Lewis (bass, tenor saxophone, keyboard, singing), Matthew McCaughan (drums, electronics, singing), Jenn Wasner (keyboard, guitar, singing) und Justin Vernon (guitar, keyboard, singing) – schnipselt den Beat und gepitchte Vocals um eine klassische Bon Iver-Nummer, zieht die Spannungen aber markanter und inbrünstiger an. Die Drums wirken kraftvoller und Vernon brüllt geradezu, voller Verzweiflung und Wut – auch wenn sich der Song in letzter Konsequenz an den Gitarren festkrallt und leider einfach nicht ganz gehen lässt. Daher entlässt  Naeem (Can’t You Hear Crying) in dieser Form, so kontextfrei ganz auf sich alleine gestellt, auch etwas ratlos und frustrierend.

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