Album
Die Prognosen ob der Zukunft von Biffy Clyro gingen nach der rein kommerziell motivierten Abwärtsspirale Ellipsis sowie dem alte Stärken auffrischenden Balance, Not Symmetry ja deutlich auseinander. A Celebration of Endings zeigt nun (durchaus mit Symbolcharakter für den Zustand der Band) dass die Wahrheit allerdings in der verträglichen, unentschlossenen Mitte liegt.
Es wäre, wie der Opener der Platte so richtig skizziert, zu drastisch, bereits von einer tatsächlichen Rückkehr auf den Planeten Erde zu sprechen, denn die Flaming Lips bleiben in entrückten Sphären aktiv. Doch nach knapp einer Dekade Odyssee im trippigen Space-Wahn machen Wayne Coyne und und seine kautzige Schrull-Crew auf American Head erstaunlich nahbar Halt, um sich nostalgisch an die späten 90er und frühen 00er-Jahre zu erinnern.
Rund um sein fabelhaftes, sebstbetiteltes Debütalbum 2017 hätte man Colter Wall noch ansatzlos attestiert, zu jener Riege an jungen Nachwuchstalenten zu zählen, die die Zukunft des Country formen werden. Spätestens mit Western Swing & Waltzes And Other Punchy Songs weiß man nun allerdings, dass dem heute 25 Jährigen daran nichts liegt.
Weißwein-Trinker Phil Anselmo erweitert sein stilistisch ohnedies schon so breitgefächertes Portfolio: Mit En Minor spielt er auf When the Cold Truth Has Worn Its Miserable Welcome Out mit nölend-raspelndem Organ jene Americana- und Dark Folkrock-Songs voll Melancholie und Leid, die bereits der selbstbetitelte Ausblick im Vorjahr versprach.
In den knapp 15 Jahren, die Jérôme Reuter gefühlt ebenso viele Alben unter seinem Bandbanner veröffentlicht hat, konnte man freilich die Übersicht über das Werk von Rome verlieren. The Lone Furrow diens insofern auch dank der aufgefahrenen (und keineswegs für die zugrunde liegende ausrichtung repräsentative Metal-)Gästeliste als Hingucker.
Es beginnt damit, dass bereits der Pressetext amüsant zu lesen ist und endet gar nicht notwendigerweise damit, dass Bill Callahan am Ende den Traum auflöst: Das spontane, immer noch vor allem eigenwillig schrullige Gold Record fantasiert sich durch optimistisch und positiv ausstrahlende Einzelsongs.
Gulch aus Santa Cruz haben seit ihrem ersten Auftauchen 2017 einen geradezu kometenhaften Aufstieg in der Hard-, Metal- und Deathcore-Szene hingelegt, der nun im Debütalbum Impenetrable Cerebral Fortress einen ersten Zenit zu finden scheint.
Als wären sie nie weg gewesen: Brandon Curtis und Josh Garza reaktivieren mit Awake in the Brain Chamber zwölf Jahre nach dem selbstbetitelten Drittwerk den Space Rock-Anachronismus der Secret Machines.
Experimenteller Wahnsinn aus Nairobi: Duma zelebrieren auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum (weitaus mehr als oder minder) eine verstörend-exotische Melange aus Cybergrindcore, Power Electronics, Industrial, digitalem Hardcore und Black Metal-Attitüde - so faszinierend wie frustrierend.
Heißblütig aufwühlender Anarcho-Punk aus Italien: Kobra konstatieren zwei Jahre nach ihrem ersten Tape mit Confusione eine verdammt unsauber aus der Zeit gefallene Unzufriedenheit - oder: "The story of young broke punks in Milan, always looking for a grift in the system, angry but also full of self-doubt, torn between activism and nihilism."










