Album
Spätestens vor drei Jahren hat sich Solange mit dem fabelhaften A Seat at the Table endgültig als die komplexere Künstlerin der Knowles-Schwestern positioniert. Nun scheint der ebenfalls aus dem Nichts kommenden Nachfolger When I Get Home als Gegenreaktion darauf jedoch an den aufgetanen Möglichkeiten bewusst zu verwässern.
Zuletzt hatte Liz Harris mit Helens The Original Faces (2015) sowie dem Grouper-Zwilling Ruins (2014) und Grid of Points (2018) ja verhältnismäßig viel Interesse an greifbaren Strukturen und zugänglichen Formen gezeigt. Nun löst sie diese unter einem neuen Projektnamen wieder auf: Nivhek bewegt sich über zwei zweigeteilte Soundlandschaften in den strukturlosen Ambient und Drone.
Wenig überraschend: Die beste Substanz des zeitlich versetzt veröffentlichten (zweieiigen) Zwillingspaares Mea Culpa und Vernissage My Heart kombiniert hätte Magic Life einen grandiosen Nachfolger bescheren können. Und ganz generell ein schlüssigeres Gesamtwerk ergeben, als es nun auf zwei mehr oder minder kompakte Veröffentlichungen aufgesplittet der Fall ist.
Haben FIDLAR mit dem sprunghaften Almost Free womöglich jene Art hemmungslos über die Strenge schlagendes Over the Top-Potpourri aufgenommen, von dem auch Weezer in ihren unersättlichsten Momenten träumen sollten?
Ian Brown hat für sein siebtes Soloalbum die altbekannte Attitüde und Haltung eingenommen, seine Trademarks bei der Hand. Was Ripples dabei jedoch vollends fehlt, sind überzeugende Songs.
Sunshine Rock als neue Perspektive: Tatsächlich hat Bob Mould hat den Optimismus gefunden, zuversichtlicher und lockerer klang der ehemalige Hüsker Dü- und Sugar- Boss seit Jahrzehnten nicht.
Lee Dorian folgt seiner Vorliebe für okkulte Nischensensationen mit massentauglichem Konsens-Appeal einmal mehr und legt das 2018 im Selbstvertrieb erschienene Debütalbum von Twin Temple neu auf. Eine so typische wie unkonventionelle Ergänzung für den Roster seines Labels Rise Above.
So dunkel, verführerisch, elegant, abgründig und mystisch: Culk bewerben sich mit dem unglaublich ästhetischen Cover ihres selbstbetitelten Debütalbums bereits jetzt für das stimmungsvollste, am adäquatesten die Musik übersetzende Artwork des Jahres 2019.
Psychedelisch angehauchter Post Punk aus Detroit, der asketisch auftritt, aber an sich durchaus eine beachtliche Spannweite vermisst: Paint Thinner fallen mit ihrem Debüt The Sea of Pulp aus dem Rahmen und der Zeit.
Nach dem durchwachsenen selbstbetitelten Vorgänger waren neue Impulse für den festgefahrenen Sound von Blood Red Shoes dringend notwendig. Get Tragic übersetzt dieses Bedürfnis vielleicht aus den falschen Gründen heraus, macht seine Sache dabei jedoch sehr solide.










