Reviews
Länger musste man bei Converge noch nicht auf die Veröffentlichung von neuem Studiomaterial warten, als die fünf Jahre, die zwischen All We Love We Leave Behind (2012) und I Can Tell You About Pain vergangen sind.
Die Gewalt steckt auf Add Violence, dem Mittelteil einer angkündigten EP-Trilogie, primär in der unterschwellig brodelnden Beklemmung und im subtil unter die Haut kletternden Minimalismus dieser atmosphärisch dichten 27 Minuten.
Knapp eineinhalb Jahre nach dem in der Beliebigkeit verschwundenen Offenbahrungseid A Head Full of Dreams legen Coldplay ein Kurzformat vor, dessen zerissene Qualität sich wohl irgendwo bereits in seiner merkwürdigen Veröffentlichungsgeschichte widerspiegelt: Zweimal wurden der Release der Kaleidoscope EP verschoben, obgleich mehr oder minder ohnedies bereits vier der fünf Tracks als Singles vorausgeschickt worden waren.
Da kann Paul Thomas Anderson noch so einnehmende Videos drehen und die hippen Szene-Medien den drei Schwester weiterhin zu Füßen liegen: Mit Something to Tell You liefern Haim diesmal enttäuschenderweise nur noch gleichförmig austauschbaren Herzschmerz-Pop für das Formatradio.
Vielleicht nicht der Soundtrack für alle Lebenslagen, aber mehr als nur ein Kopfkino-Aphrodisiakum vor dem Schäferstündchen: Cigarettes After Sex schmeicheln sich mit einem gleichförmig plätschernden und elegisch fließenden Ambient-Pop/Slowcore-Anästhetikum in verträumte Gehörgänge.
Diese Unseen Forces schweben körperlos als Anachronismus ins Unterbewusstsein: Justin Walter lässt sich vier Jahre nach dem die Ästhetik seines Schaffens neu prägenden Lullabies & Nightmares abermals durch eine nachtschwer schwebende Melange aus leiser Ambient-Elektronik und bläserschwerschwer angedeuteten Jazz-Elementen treiben, hat die Alpträume dafür jedoch weitestgehend zurückgelassen.
Bison ziehen den Sargnagel aus dem vermeintlichen Schwanengesang und erkunden eine neue Ernsthaftigkeit des Seins: You Are Not the Ocean You Are the Patient bringt eine Zeit der Umbrüche für das urgewaltige Metal-Quartett aus Vancouver furios zu Ende.
Sechs Jahre nach Helplessness Blues dirigiert Robin Pecknold seine Fleet Foxes entlang eines immer komplexer werdenden Songwritings bis hinein in den Prog-Folk, findet in den stimmungsvollen Landschaften dabei aber nicht mehr immer den direkten Zugang zum Herzen.
Pleasure ist mehr, als nur ein in der Tradition von PJ Harvey inszenierter Abgesang auf eine angestammte Niedlichkeit: Leslie Feist zieht ihren Songs vielmehr das Fell über die Ohren, bis nur noch tief berührende Skelette übrig bleiben.
“I understand that I come off like a deep motherfucker, but a lot of times depth is in simplistic things.” sagt Vince Staples. Big Fish Theory ist konsequenterweise vielleicht so etwas wie seine Partyplatte geworden, setzt die Daumenschrauben in den ungemütlichen Ecken des Clubs allerdings abermals malträtierend an.










