Crystal Soda Cream – Work & Velocity

von am 26. April 2016 in Album

Crystal Soda Cream – Work & Velocity

Politisch, düster und auch schön – die neue Platte ‚Work & Velocity von Crystal Soda Cream ist ein adäquater Beitrag zu den miesen Zeiten in denen wir leben, da ist auch immer ein kleiner Schimmer Hoffnung und – Wut.

Punk und Dark Wave-Anleihen gibt es zu hören, die aber mit mehr als nur Nostalgie überzeugen. Die 10 Songs sind zeitgemäße Todesmärsche und gesellschaftskritische Miniaturen: Philipp Forthubers The Cure-Gitarre und seine manchmal zornige, manchmal stakkato-artige Stimme, Theresa Adamskis präziser Schlagzeug-Maschinen-Takt und der die Basis bildende Bass von Sebastian Ploier, der durch Mark und Bein zu gehen scheint.

Auf dem neuen, zweiten Album gibt es erstmals auch deutsche Lyrics zu hören, die deutsche Sprache verstärkt möglicherweise die harte Dringlichkeit des Sounds, oder ist die zweite Sprache einfach eine weitere Facette der Band? Jedenfalls beweisen Crystal Soda Cream mit ihrem zweiten Longplayer, dass sie momentan eine der interessantesten österreichischen Bands sind.

Der Pressetext spricht von einem „skillful minimalism“, genau der macht den Reiz der Band aus, hier ist nichts zuviel und nichts zu wenig. Selbst die hie und da auftauchenden Fabrik-Frauen-Chöre, wie beim titelgebenden Stück ‚Work & Velocity‚, sind nie too much. Die Songs könnten auch Chemtrails am Himmel sein, keiner übersteigt die vier-Minuten-Grenze, manche machen Angst.

Das Coverfoto des Albums, geschossen von Hicran Ergen, zeigt das Trio vor einer Brücke eines Stausees in gedeckt-färbigen Arbeiter-Anzügen: streng, reduziert und klar. Genau so darf man sich das Werk der Band vorstellen, wie bei dem vorletzten Song des Albums ‚September‚, befinden wir uns in einer bedrückenden Szenerie kurz vor dem Untergehen. Der Pressetext rät uns weiter: „Erode command & control“ und wie in der ersten Singleauskoppelung ‚Rationale Arbeitsschritte‚ ironisch überspitzt formuliert wird, ein Aussteigen aus dem kapitalistischen Hamsterrad: Stop making sense.

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