Devourment – Pious Impiety
Pious Impiety kommt als nominell erste EP der texanischen Slam Institution aus dem Nichts und nutzt sein Überraschungsmoment wohl ideal.
Obacht: Dass die rasant verfliegenden 12 Minuten des Kurzformats das beste Material von Devourment seit ihrem die Messlatte setzenden Debüt Molesting the Decapitated 1999 beinhaltet ist durch möglich. Dass die Band – Drummer Brad Fincher, Vocalist Ruben Rosas, Bassist Dave Spencer sowie der ideal ins Gefüge passende Neo-Gitarrist Marvin Ruiz (Nephilm Grinder, Stabbing) – niemals besser in Szene gesetzt war, als durch die Produktion von Daniel Schmuck (Power Trip, Frozen Soul, Creeping Death) darf hingegen als relativ sicher angesehen werden (auch wenn die Snare zugegeben nicht mehr so geil trocken-blechern rollt wie vor der Jahrtausendwende).
Fast 7 Jahre nach Obscene Majesty klingt der brutale Death Metal jedenfalls slamtastisch, organisch aber nicht zu modern, und unbedingt heavy – der Sound rinnt wie wie eine dreckige Melasse aus zentnerschwerem Eiter mit Kerosineinspritzungen aus den Boxen, ekelhaft und gemein, präzise und kraftvoll, aufgeräumt ohne sauber zu sein. Der Groove und eine energische Virtuosität gehen Hand in Hand. Die Drums tackern ihre rasenden Salven, die chuggy Riffs zünden infernal über den Blastbeats und die Vocals kotzen einen tief gurgelnden Strom aus morbiden Eingeweiden, nachdem der Titelsong hinter seinem von The Exorcism of Emily Rosegeborgten Intro anachronistische Oldschool-Flair enorm frisch mit Pinch-Harmonien über enorme Slo-Mo-Abrisse und den Jordan jagt.
Auch wenn Mortiferous Dependency und Advanced Stage Decomposition danach vor allem daran interessiert sind, die Dichte der Platte zu variieren und sich kaum daran scheren, dass der Abend schon noch ikonischere Szenen gelungen sind und ihr das Albumformat zudem ergiebiger steht, als die EP-Länge, ist Pious Impiety schon eine Machtdemonstration dahingehend, dass Devourment ihr Metier einfach absolut souverän beherrschen.


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