Ed O’Brien – Abbeycwmhir

von am 13. Juli 2026 in Single

Ed O’Brien – Abbeycwmhir

Das nun auch als separate Single veröffentlichte Abbeycwmhir ist an sich die B-Seite der Blue Morpho 7“. Seine ideale Heimat da wie dort nicht gefunden habend, ist es aber vor allem das Mahnmal einer verschwendeten Chance.

Translated from Welsh as “Abbey in the Long Valley”, the track is named after a village in the valley of the Nant Clywedog in Powys, Wales“ erklärt der Beipackzettel, lässt aber offen, warum Radiohead-Gitarrist  Ed O’Brien Abbeycwmhir nicht auf sein zweites Soloalbum Blue Morpho gepackt hat.
Denn die dreieinhalb Minuten der Nummer sind wirklich schön. Sie erwachen psychedelisch verträumt im Ambient, blenden die Spuren der Vocals entspannt ineinander über, die Gitarren transzendieren schimmernd im melancholischen Reverb. Nach rund eineinhalb Minuten setzt sich Abbeycwmhir sanft stampfend und folkig gezupft in Bewegung, und klingt kontemplativ betörend wie eine sphärische Version des Animal Collective.
Für sich alleine stehend wirkt die Nummer aber dergestalt auch einfach verloren und ziellos, führt nirgendwohin – sie hätte im Kontext von Blue Morpho nicht nur viel besser funktioniert, sondern im Umkehrschluss auch das große Ganze bereichert. Was im Streaming-Zeitalter natürlich kein gravierendes (, weil vom etwaigen Konsumenten individuell behebbares) Problem sein muss – aber für Abbeycwmhir im Speziellen wie Blue Morpho im Allgemeinen eben auch einen latent frustrierenden Nachhall beimengt.

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