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Elbow - Lost Worker Bee

Elbow – Lost Worker Bee EP

von am 15. August 2015 in EP

Elbow – Lost Worker Bee EP

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Das letztjährige ‚The Take Off and Landing of Everything‚ hat Guy Garvey und seine Band zwar bis in die Straßenschluchten von New York geführt, für den nun folgenden Appendix rücken Elbow die Perspektiven allerdings wieder gerade: „All these promises of gold/ But where is my soul/ Overseas in England„.

Was zeichnet Garvey da alleine im Opener und Titeltrack wieder für wunderbare, zu Herzen gehende Szenarien voller Sentimentalität, Wehmut und Trinkfestigkeit: „I know that somewhere a hard drinking girl/With kindness in reservoir looks to the sea/ Scours the underground looking for me“ singt der 41 Jährige, dessen Solodebüt unmittelbar bevor steht, als Ode an ein Manchester, eine Stadt, die offenbar immer einen Platz in seinem Herzen tragen wird, voller Nostalgie, Schwermut und auch Stolz: „From the wind farms of Lancashire/ Throw me a line/ I’ll give you my every day/ Read me the scene/ The scene with the Queen and the lost worker bee„.
Der Drumbeat läuft dazu munter um die Ecke gedacht, die Gitarre springt mit aufgeregten Licks, die Stimmung ist auf euphorische Weise nervös, als würden Elbow voller Vorfreude und aufgeladenen Batterien in die Stadt zurück kehren, die sie in ‚Station Approach‚ neugierig durchtreiften. Dann legen sich majestätische Bläser würdevoll über das Geschehen, mit der Vehemenz eines heroischen Ozeandampfers auf Jungfernfahrt, ganz so eben, wie es die hymnischsten Werke der Band verlangen, irgendwann ist ein organisch moduliert durch den Song laufender Beat auszumachen.

Ein Bestandteil, der immer wieder dezent auf einer EP auftaucht, die sich nur zu genüsslich aller Trademarks von Elbow bedient, sich aber vor allem die Freiheit nimmt, ohne akuten Hit auszukommen. Was vor anfangs nach solider, toller Standardware klingt, hofiert damit nach und nach aber im Grunde vier Songs, die bald  in subjektiven Fan-Lieblingslisten auftauchen könnten, die zudem jeder für sich einen eigenen Charakter abgesteckt haben und damit für ein eher abwechslungsreiches, denn nahtlos verwobenes Ganzes sorgen.
Die hibbelig-unterkühlte Rhythmusgruppe läuft im atmosphärischen ‚And It Snowed‚ unbeirrbar dahin, wie die Trennung vor winterlicher Kulisse sich nicht mehr vermeiden lässt („Angels freezing in a city rose garden/ Click their way back home/ You’ve done your leaving/ Livid in your splendour and alone/ I kiss the stillness„), eine Upbeat-Gelassenheit, die das fast sechseinhalbminütige Manifest ‚Roll Call‚ noch weiterdenkt: die getriebene Percussion, die mehrstimmigen Vocals, die punktgenau gackernden Saiteninstrumente – sie entwickeln eine beinahe psychedelische Sogwirkung, ein Tanz mit geschlossenen Augen mitsamt hypnotisierender Kaleidoskop-Atmosphäre, vielleicht das Bindeglied zwischen ‚My Sad Captains‚ und Portishead’s ‚Chase The Tear‚.

Ganz am Ende ist es Zuhause doch nicht zwangsläufig am Schönsten: „Hotel in my home town/ The saddest room I ever woke in„. Dabei steht in ‚Usually Brightnur der nächste Aufbruch bevor: „The saddest journey ever made/ Begins today/ and ends tomorrow„, bald sitzt Garvey im Flugzeug, „at 30,000 feet„. „The saddest gins, the saddest tonics/ The fella next to me up there/ Needs an educated broker/ The happiest man you’ll ever meet/ Sadly, I’m not even joking„.
Das Piano klingt schwer, Garveys Stimme behutsam und melancholisch, dass es einem die Tränen in die Augen treibt, in einer dieser typisch unscheinbaren Miniaturen, die mit jedem Durchgang größer wird. Ein bisschen bleibt danach der Eindruck, dass die niemals rastenden Elbow hier unter dem Druck des anhaltenden, späten Erfolgs müde werden geworden sein könnten und die sich mutmaßlich anbahnenden Verschnaufpause durch etwaige Sologänge wohl nur zu dankbar annehmen werden. Tatsächlich ist die Sachlage natürlich eine andere: „Elbow are involved in various solo projects and collaborative endeavours for the next few months and we just felt we really wanted to get ‘something’ away to tide fans over until the next album„, erklärt Garvey.  Noch eher fragt man sich deswegen, aus welcher Hinterhand Elbow praktisch aus dem Nichts immer wieder derartig wundervolle Songs zaubern, die jenen auf den regulären Studioalben in nahezu keinerlei Hinsicht nachstehen.

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