Everybody Row – Tiny Empires

von am 24. Oktober 2015 in Single

Everybody Row – Tiny Empires

Die Dinge entwickeln sich langsam bei Everybody Row doch sie entwickeln sich: knapp ein Jahr nach ‚The Sea Inside‚ gibt es zwei neue Songs des kalifornischen Punkrock-Quartetts, die die bisherige Erfolgsformel der Band weiter destillieren.

Das Konglomerat aus (ehemaligen) Mitgliedern von Comadre, No Babies und Know Secrets verfeinert also sein Amalgam aus Punk und Soul, seinem orgelschwangeren Rock’n’Roll, der gleichzeitig so zwingend wie relaxt um die Kurve biegt, geradezu unverschämt catchy mit seinen Melodien und Hooks hantiert und damit in etwa dort weitermacht, wo ‚Comadre‚ als Schwanengesang in unmittelbarer Nähe zu Hot Hot Heat Brücken schlagen wollte. Soll heißen: Beide Songs dieser Single sind abermals absolut entwaffnend eingängige Hits mit enthusiastischer Schlagseite und verschwitzter Bodenständigkeit – nur eben noch einmal um ein Quäntchen zielstrebiger und fokussierter, als es bereits das Material auf ‚The Sea Inside‚ war.

Der eröffnende Titelsong gibt dabei den unheimlich schmissig twistenden Shuffle-Tänzer mit ordentlich Ska im Blutlut, der den Wechselgesang von Jack Shirley und Jasmine Watson effizient wie eh und je in Szene setzt, bevor die strahlende Bridge in einen sonnig entspannten Schlusspart mündet, der es sich durchaus leisten kann keinen Chorus mehr aufzufahren. Stichwort Chorus: Genau dort bricht das kompaktere ‚No Direction Home‚ erst so richtig los. Und das obwohl die Nummer von der ersten Sekunde an im Windschatten der ganz frühen Mando Diao-Furiositäten kein Rasten kennt und ohne Verschnaufpause sehnsüchtig und hungrig durch seine knapp 160 Sekunden Spielzeit stampft.
Womit dann auch wieder das einzige Manko der Veröffentlichung aufgezeigt wäre: vor allem, weil Everybody Row abermals in Aussicht stellen, dass ihr Debütalbum eine vor unterhaltsamer Kurzweiligkeit nur so explodierende Hitschleuder werden könnte, wäre ein Langspieler von den Kaliforniern durchaus eine willkommene Sache. Hält die Band bis dahin das bisherige Niveau, lässt man ihr diese lange Vorlaufphase aber natürlich nur zu gerne durchgehen: Gut Ding braucht eben Weile.

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