Funeral Language – Thank You for Your Dead Body
Als hätten Every Time I Die vor lauter Party-Stimmung eine Dillinger-Panik-Attacke im Metalcore bekommen: Alex Eilers zelebriert als Funeral Language auch auf Thank You for Your Dead Body maßgeschneiderte Fan Fiction.
Auch wenn das Songwriting und die Ästhetik alles andere als originell gestaltet ist und sich zu direkt bei den ausgewiesenen Vorbilder bedient, ohne wirkliche Geistesblitze herausragen zu lassen, während die DIY-Produktion (als eigentlich primäres Problem) den Druck der Kompositionen nicht prägnant genug für die anvisierte explosive Wucht umsetzen kann, ist das Potential von Funeral Language zu jedem Zeitpunkt der extrem kurzweiligen 22 Minuten von (seine Plakativität nicht nur im Albumtitel, sondern auch den Texten tragenden) Thank You for Your Dead Body offenkundig: Alex Eilers weiß, was ihm gefällt; und er kann, was er tut – achtmal geht er diesmal sehr effektiv zu Werke.
Mal gibt sich die brutale Heaviness schreiend und fauchend die Nackenmuskulatur ansprechende deutlich poppiger (Bailey Rubin), dann packt sie dezidierter den Rock’n’Roll-Puciato aus (Deathwish Complex – mit einem Gastspiel von Lowist-Mann Patrick Galante) oder macht ganz ungeniert die Party-Animation für den Spagat vom Metal- in den Mathcore (Whiskey Foxtrot), weil hier jemand einfach ziemlich viel Spaß an seinem gut abgepausten Ventil hat.
Zumal es ja wirklich nicht jedermann als Vorgabe betrachten muss, dass Bore in dieser Verortung im vergangenen Jahr einfach Maßstäbe im Epigonen-Business setzten. Weswegen man den zuletzt ausgesprochenen Rain Check (mit Ryan Frank alias The Chapel Fire) für eventuelle zukünftige Glanztaten nur zu bereitwillig mitnimmt und die freilich viel zu harsch wirkende folgende Wertung relativ betrachten muß: Funeral Language bleiben einem am Radar, denn wenn Eilers erst einmal das gewisse Etwas für seinen Sound gefunden hat, geht es wohl auf die Überholspur!


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