My Sword! My Sword! – The Swordfighter Ballads
„Real-deal mathcore from Jacksonville, Florida, USA. No 4/4 false claiming“ oder „Music you can dance to“? My Sword! My Sword! stellen sich jedenfalls mit ihrer Debüt EP The Swordfighter Ballads vor.
Tyler Peterson (Vocals), Jadson Carter (Gitarre), Alana Osborne (Bass) und Drummer Justice Winterrowd haben sich mit mannigfaltigen Projekten wie Alan Turing, Between You and God, fingerswoventogether, Found, GILT, Leaves of Grass, Prinze Jr., Second Impact, St. Clovis, Unregistered Weapon oder Wasted Life bereits die Sporen für ein ordentliches – und hierfür zumindest ansatzweise als Referenz dienendes – Portfolio verdient.
Außerdem halten sie über die Songtitel auch nicht mit ihren Helden hinterm Berg: Man verneigt sich vor Converge, Botch und vor allem The Dillinger Escape Plan – alleine 43% Turnt startet quasi als indirektes Zitat eines leicht zu erratenden Calculating Infinity-Klassikers, bevor die Nummer über tanzenden Licks zum finalen Stakkato abbiegt.
Allerdings orientiert sich The Swordfighter Ballads in ästhetisch und inhaltlicher Hinsicht vor allem am sassy Mathcore der MySpace-Zeiten und Band wie The Number Twelve Looks Like You oder Heavy Heavy Low Low.
Von Jane Doe, Jim Fear, and John Woo Walk Into a Bar weg setzt die junge Band auch den Galopp einer stichelnden Panik und Hysterie (wobei der hackend adaptierte MO noch Raum für Variabilität lässt) und zappelt unter nervöser Spannung, gewinnt aber vor allem durch den kontrastierend als Verschnaufpause pendelnden Mittelteil. Das besonders manische Get in the Robot läuft auch deswegen nicht Gefahr zu generisch angelegt zu sein, weil My Sword! My Sword! entspannt in den Lounge-Funk für das relaxte Space Rock-Spa abbiegen (wo goodgoodgoodgoodgoodgoodgo
Weswegen The Swordfighter Ballads in seinen reinen Mathcore-Momenten auch mit Luft nach oben entlassen mag, gerade als Gesamtpaket in der Bandbreite aber eine sehr vielversprechende Vorstellung liefert – und das die Nostalgieader frisch anzapfende Quartett optimistisch betrachtet deswegen auch eine aufgerundete Bewertung verdient.


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