Monk – No Gods / Song 2

von am 12. Mai 2026 in Single

Monk – No Gods / Song 2

Den über die Szene (und die Landesgrenzen zurück nach Kanada) hinausgehenden Rabatz No Gods koppeln die charismatischen Zen-Hardcoreler Monk an ein leidlich notwendiges Blur-Cover.

Für unkonventionelle Ideen war die Mehr-oder-minder-Band des Wahl-Kaliforniers Frank Bach (der auch diesmal Gitarrist Mike Carnarius und Multi-Instrumentalist lan Romano an Bord hat) ja immer schon zu haben. Nach den geführten Meditationen Everything Within You und Dust to Dust auf den beiden EPs Rock (2023) und Dark Side of the Mind (2025) schlägt das Pendel diesmal aber in die andere Richtung aus, indem Monk mit Song 2 von Fifa 98 ordentlich Party-Dampf ablassen.
Bach: „We started playing Song 2 as a joke while touring Mexico, and it ended up being one of the songs people popped off the hardest to. The lyrics are universal, and the track is pure energy. I grew up playing hockey and blasting Jock Jams; it’s the perfect stadium rock anthem. I love that Blur were poking fun at the grunge movement when they wrote it. The fact that their biggest song was basically a middle finger to a genre is hilarious. The universe has a way of laughing when you take yourself too seriously. The world feels intense right now and we figured a little playfulness might help. Woohoo!
Während Monk ihren Spaß an der Sache haben (und das Cover live auch sicher zünden mag), macht das den Insider im Studio für Außenstehende aber nicht besser.  Rund um das schwerfällig gegröhlte „Woohoo!“ spielt die Hardcore Band den Song risikofrei nach, grummelt mit mehr Härte durch den Hit pflügend, wirkt aber dabei seltsam uninspiriert – was ihre Version abseits der Bühne wirklich arg banal (und beinahe wie eine Genre-Parodie) erscheinen lässt.

Ganz anders präsentiert sich die A-Seite No Gods, bei der Monk George Pettit von Alexisonfire zu ihrer Diskografie-Gästeliste hinzufügen (die ja bereits mit Mitglieder von Cancer Bats und Counterparts aufwarten kann).
The collab with George came naturally. I’ve been a long-time fan, and Alexisonfire were one of the first bands I saw live as a teenager getting into alternative music. I think most Canadian millennials from that era share a similar story. Being able to DM George and have him jump on the track feels like a full-circle moment.” erzählt Bach und führt dann auch nich die Hintergründe der Nummer an sich aus.
No Gods is about owning your life. It’s a rejection of giving your power to systems, fear, leaders, or anyone else. The video reflects that … war, protest, false idols, all showing what happens when people stop thinking for themselves and just follow. It’s not anti-spiritual, it’s anti-passive. Decide who you are, take responsibility, and act on it. That’s where the freedom is.
Dafür starten Monk mit einer ritualistisch polternden Grimmigkeit, die tatsächlich an Cavalera-Sepultura erinnert, konterkarieren die dynamisch von der Percussion getriebene Heaviness aber durch aggressiv nach vorne peitschende Schübe, energiegeladen und hungrig.
Pettit funktioniert dabei als impulsiver Katalysator schreiend für die Freude am Hardcore, die sich zu einem groovenden Malstrom entwickelt, bei der die Gitarre letztlich sogar ein bisschen exzessiv solieren darf. Spätestens dann trumpft das strukturell relativ einfach nach dualistischen Muster gestrickte Wechselbad als ein Highlight der bisherigen Monk-Historie auf – weswegen die folgende Wertung auch trotz Song 2 wohlwollend aufgerundet wird:

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