God’s Hate – Won’t Be Disgraced

von am 19. August 2026 in EP

God’s Hate – Won’t Be Disgraced

Angesichts seiner Widmung klingt es wohl regelrecht zynisch, im Falle von Won’t Be Disgraced vom ersten Lebenszeiten von God’s Hate seit deren zweitem Studioalbum vor über fünf Jahren zu sprechen. 

Die 12 Minuten der keinen Gedanken an Subtilität verschwendeten LA Beatdown Groove Metalcore-Abrissbirne um AEW Wrestler Brody King am Mikro sind nämlich dem unlängst verstorbenen Harm’s Way-Gitarristen Bo Lueders gewidmet, der im Abspann des Closers Warriors Will Reign  auch nochmal selbst zu Wort kommen darf, um über sein eigenes Vermächtnis zu sinnieren.

But especially now, I am very happy person with everything and anger, I’m really not that angry, I’ve never been.
I was an only child, of two parents who were the black sheep of their families, I was really desperate for approval and to be accepted. Draw that to where I am today and it makes total sense, yeah, and now I have friends all over the country.
I do like to think of it as making friend but you make your own family in way. The people in history who we collectively remember are like .001% of the population.
So my answer is, I don’t, I really don’t worry about that. I hope my friends and family think I’m a good guy.

Emotional ergreifender als hier waren God’s Hate noch nie. Auch weil die Band – Bassist Alec Faber, die Gitarristen Taylor Young  Martin Stewart und Anthonie Gonzalez sowie Drummer Colin Young, der ja zusammen mit Lueders den HardLore Podcast betrieben hat – das vom 2009er Album Reality Approaches adaptierte Cover weniger auf die Prägnanz des Riffs ausrichtet, als dass man das eingangs mehr atmosphärischen, epischeren Anlauf nehmen lassende Stück durch die Gang-Vocals von Harm’s Way’s James Pligge, Earth Crisis’ Karl Buechner, Youth of Today’s Ray Cappo und Floorpunch’s Mark Porter zum Gemeinschaftserlebnis macht.
Mit zwei vorangestellten Eigenkompositionen sorgen God‘s Hate zudem für einen stimmigen Kontext – inhaltlich wie stilistisch.

Das Titelstück Won’t Be Disgraced betoniert den Pit massiv und heavy wogend, pflügt zäh zu heiserem Gebrüll und Shouts – wobei man schon eingangs einmal mehr festhalten darf, dass King seine Physis als Frontmann nur bedingt umsetzen kann, während die aus Szene-Veteranen bestehende Band weiterhin primär auf eine generische Gewalt setzt. Wie die letzte Minute des Openers heulend mosht ist aber dennoch (oder genau deshalb!) toll gelungen.
Noch besser ist nur, wie I Am the Cure die Dynamik am eiligeren Groove Metal anzieht und unentwegt am Tempo arbeitet, gar wirbelnd tackernd galoppiert, den Call-And-Response Beton anrührt, und im Slo-Mo-Abgang regelrecht doomig brütet.
Dass God’s Hate so locker über ihren Status als rein unoriginelles Gimmick hinauskommen, überrascht schließlich doch ein wenig. Wie auch die Tragweite dieses effektiven Tributs an sich – RIP Bo!

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