Masked Intruder – Masked Intruder

von am 8. Februar 2013 in Album

Masked Intruder – Masked Intruder

Kollege Martin ist bei weitem nicht der einzige der Masked Intruder auf seiner Rechnung für eines der besten Alben des vergangenen Jahres hatte. Auch im Heavypop Adventkalender bekannten sich lokale Bands wie z.b. Gone Astray und A Guy Named Lou zu ihrer Vorliebe für das maskierte Trio aus Madison, Wisconsin. Aber Album des Jahres 2012? Ernsthaft?

Im Facebook Zeitalter sind ja angeblich nicht wenige von uns leicht voyeuristisch angehaucht und, sind wir uns ehrlich, irgendwann hat jeder schon einmal das Profil eines (vermeintlichen)Schwarms gestalkt.  Masked Intruder setzten die Uhr diesbezüglich einige Jahre zurück und beschäftigen sich mit Stalking im schlimmsten, vor-digitalen Zeitalter möglichen Sinn. Dafür bedienen sich die Intruders im weiten Fundus des PopPunk/ Punkrock Genres und lassen ein catchy Solo nach dem anderen aus den Boxen knallen, ein eingängiger Hitsong folgt den anderen. Aber ist das alles neu oder gar weltbewegend?
Neu sind weder die Songs auf dem selbst betitelten Album; die Mehrheit fand sich bereits auf in den vergangenen Jahren veröffentlichten Eps; noch die musikalischen Ideen. Fans von Bands wie The Dopamines, The Ergs (deren Sänger Mike Erg eine gewisse Nähe zu Masked Intruder nachgesagt wird) Teenage Bottlerocket, The Dopamines oder auch der Ramones  erkennen sich mehr als nur eine musikalische Anleihe. Aber besser gut geklaut als schlecht erfunden, und wenn wir uns ehrlich sind: Poppunk ist nicht gerade ein Pool der Kreativität.

Nichtsdestotrotz; ein unheimliches Gespür für stimmige Melodien hat die Band aus dem Nordosten der USA ebenso wie eines für Präsentation. Ihr Gesamtkonzepts des maskierten Kriminellen wird von Anfang bis Ende konsequent durchgezogen, sei es im Auftreten (nur komplett in Lederjacke und bunter Strickmütze), via Facebook, Zitat: „Q: Why Does Stolen Pizza Taste So Much Better Than Regular Pizza? A: Who Cares! Duh!“ oder in ihren Lyrics. Texte wie „That you’re right that you just can’t charm a lady with a knife but that sucks, cause it’s all I know how to do“ oder „I want you to show me romance Won’t you give a lonely masked man a chance?“  sind auch durchwegs auf das namensgebende Gimmick zugeschnitten und dürfen durch die Bank nicht wirklich ernst genommen werden, aber auch das ist man schon von Bands ala NOFX. Aber das Label erotomanische Stalker/Kleinkriminelle kann eben nur so funktionieren, und das tut es auch. Klassisch gemachte Songs wie ‚25 to Life‘ funktionieren ebenso gut wie das Duett mit Mixtapes-Sängerin Maura ‚Heartshaped Guitar‘, ein klares Highlight der Platte. Aber auch ‚Unrequited Love‘ und das durch seinen Acapella-Intro doch aus der Masse der Songs herausstechende ‚Wish You Were Mine‘ überzeugen und haben durchaus Ohrwurmqualität.

So sehr die Band anfangs durch ihre catchy Songs und witzigen Texte direkt ins Gehör fährt, so schnell verlässt sie dieses auch wieder. Nach mehrmaligen Durchhören verliert der doch recht seichte Witz seine Wirkung, beim 10. Durchlauf nimmt man Masked Intruder nur noch als angenehm schnelle Hintergrundmusik wahr. Aber im Ernst: für ein Album des Jahres ist es einfach zu wenig, vor allem da die Konkurrenz aus dem Hause Menzingers 2012 einfach zu stark war, dafür fehlt der Scheibe einfach der nötige Tiefgang und Konstanz …Aber trotzdem ist es  grandios gespielter Poppunk mit durchwegs netten Ideen, der ein doch sehr eingerostetes Genre wieder mit frischem Wind anbläst – nicht mehr, nicht weniger.

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