Korn – Reward the Scars
Für die Nu Metal-Urväter Korn zeigt die Formkurve in den vergangenen Jahren nach vielen darbenden Jahren endlich wieder merklich nach oben. Die Single Reward The Scars setzt diesen Trend fort.
Ohne Vorwarnung ist der für Diablo IV: Lord Of Hatred eingespielte Song zwar grundlegend ein den jüngsten zwei Studioalben der Band verpflichteter Business-as-Usual-Autopilot, der sich risikofrei aus dem Formel-Baukasten speist. Doch weil Korn dabei nochmal alles besser als auf dem so überzeugenden Duo The Nothing und Requiem machen, muß man Reward The Scars sein Déjà-vu-Potential keinesfalls vorwerfen.
Stattdessen freut man sich zuallererst, dass die Produktion endlich wieder weniger komprimiert als zuletzt ausgefallen ist: Deftones-Intimus Nick Raskulinecz lässt die Band griffiger, lebhafter und vielschichtiger von der bloßen Lautheit wegwirbeln, bollern und rollen – und dass der slappende Bass von Fieldy-Stand-In Ra Díaz gut zu hören ist, ist auch eine Freude.
Stichwort Freude: Eine solche meint man der Band förmlich anzuhören, die Institution scheint Spaß zu haben, ohne sich zu überanstrengen. Was Fanboy Jonathan Davies auch annähernd erklärt: “ I’ve played Diablo for years, so getting to step into that world creatively felt natural“, erzählt er. „I’ve always connected to the darkness in the game and the idea of confronting what lives beneath the surface – that’s something Korn has explored in our music from the beginning. ‚Reward the Scars‘ came out of our own writing sessions as a new Korn song, and it became clear pretty quickly that it was a natural fit for Diablo.“
Vor allem ist Reward The Scars so einfach eine verdammt schmissige Nummer, die ihr Stakkato-Riff zu einem catchy erhebenden Refrain voll runder Dramatik führt, das Standard-Programm mit infektiösen Melodien und Hooks aufwiegt.
Strukturell simpel gehalten schaffen es Korn zwar nicht, den (zu) kurz angebundenen Refrain nach der Bridge nochmal spannend zu steigern, weswegen die Intensität der drei Minuten allesamt auf dem selben Intensitätslevel passieren, und der letzte Meter zur Euphorie nicht genommen wird. Das änder aber auch nichts daran, dass das unerwartet veröffentlichte, so kurzweilige Stück eine verdammt potente Single darstellt.


Kommentieren