Modern Life is War – Tribulation Worksongs Vol. 2

von am 21. September 2018 in Single

Modern Life is War – Tribulation Worksongs Vol. 2

Modern Life is War setzen ihre Tribulation Worksongs-Reihe fort. Wie schon beim eröffnenden Start auf dem Vorgänger aus dem Juni liefert die Melodic Hardcore-Institution dabei ein Wechselspiel aus vitalem Standard und basisfremderen Experiment pro Plattenseite – diesmal aber mit verschobenen Sieger.

Wo auf Volume 1 das weniger archetypische, heavy ausgebremste Lonesome Valley Ammunitions im Vergleich zum routinierten Semi-Hit Feels Like End Times den stärkeren, weil spannenderen und nachhaltigeren Eindruck hinterließ, wagt sich auf Volume 2 nun Indianapolis Talking Blues demonstrativer aus der angestammten Komfortzone des Quintetts – und kann damit nur im Ansatz überzeugen.
Was als spartanisch reduzierte Western-Elegie beginnt, entwickelt sich entsprechend seines Titels zu einer entschleunigten Spoken Word-Odyssee vor einem ausgemergelten Country-Hintergrund. Die Gitarren wehen abgekämpft durch den Staub, Jefrey Eaton rezitiert als Erzähler im Windschatten von La Dispute, Self Defense Family oder mewithoutYou mit klarer, resignierend aufzeigender Stimme. Allerdings erreichen Modern Life is War dabei nicht die aufbrausend packende Intensität, unverwechselbare Originalität oder nahbare Charakterstärke der anvisierten Landmark-Kombos und entlassen so mit zuviel Distanzgefühl, aber stimmungsvoll ein wenig ratlos aus dem ambitionierten Fremdgang.

Besser funktioniert deswegen diesmal altbewährtes. Revival Fires setzt auf die eigene Basis und holt damit als guter, sehr stromlinienförmig und direkt ausgelegter Song jeden Puristen unmittelbar ab. Modern Life is War vertrauen dafür außerhalb des Refrains vornehmlich auf Eatons Stimme und die polternd treibende Rhythmussektion, während die Gitarrenlinie mit ordentlich rockendem Schub sowie einem beinahe poppunkigen Effekt für Schmissigkeit sorgt. Abermals ist die A-Seite der einfach veranlagten Single eine zielsicher auf Nummer Sicher gehende Nummer des Momentums, die während ihres Konsums kurzweilig zieht, darüber hinaus aber wenig Halbwertszeit kultiviert. Trotzdem: Ein feiner Appetithappen.
Mehr noch als Volume 1 praktiziert Teil 2 von Tribulation Worksongs damit den bedingt gelingenden Spagat zwischen grundlegender Bedürfnisbefriedigung und perspektivenerweiternden Wachstumsdehnungen allerdings ebenfalls ohne eine restlose Bedürfnisbefriedigung zu kreieren. Den eigentlichen Mehrwert dieser aus gutem Grund für sich selbst stehenden Kurzstrecken wird insofern mutmaßlich wohl erst der nächste Marathon in Form des Fever Hunting-Nachfolgers auskosten können.

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