The Last Dinner Party – Big Dog
Die endlich auch als Studio-Version veröffentlichte Live-Bekanntschaft Big Dog datiert als langjähriger Fan-Liebling aus einer Zeit vor dem The Last Dinner Party-Debüt Prelude to Extasy.
Nun aber – im Verbund mit dem perkussiv-schamanistisch klopfenden Ambient des die Spannungen rezitierend anziehenden Intros Come All You Beasts – dient die von Animesh Raval co-produzierte Nummer gewissermaßen dazu, den Bogen der zweiten Platte From the Pyre weiterzuspannen, wie Bassistin Georgia Davies gewissermaßen erklärt.
„Come All You Beasts comes as a way to introduce the folkloric and storytelling elements of From the Pyre to Big Dog. The themes of the song were interpolated with Bible verses, subverting prescriptive messages about women’s safety. We have always been inspired by poetry and performance in all forms, so spoken word with improvisational accompaniment felt like a natural extension of our art.”
Das fängt das Wesen der beiden nahtlos miteinander verwobenen Stücke eigentlich ziemlich treffend ein. Wie das beschwörende Come All You Beasts direkt in das bratzende Big Dog übergeht, ist jedenfalls absolut stimmig. Zurückgelehnt lauert die Strophe ruhig und lehnt sich für den Chorus heulende geradezu erdig in die Kurven des Classic Rock und den PJ Harvey-Tribut. The Last Dinner Party treiben das Finale dann auch nochmal energisch an – was dann auch gut kaschiert, dass die Nummer strukturell leider nicht so unberechenbar und wild ist, wie sie sich artworktechnisch und ästhetisch (trotz einer sowieso markanten Zähmung im Studio) gebärdet.
Wie scheinbar mühelos die Britinnen die Qualität ihres nicht durchschnaufen wollenden Outputs (auch abseits der Alben-Mutterschiffe) hochhalten, ist aber auch ganz ohne final euphorisierenden Exzess einfach nur beeindruckend – und zutiefst befriedigend.


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