Pixies – Go Man Go / Dig For Fire (Albini Version) & Brackish Boy / Punk Loop
Go Man Go und Dig For Fire (Albini Version) sowie Brackish Boy und Punk Loop: Die Pixies machen vier Songs aus den Jahren 1987 bis 1991, die bisher nur auf zwei Bonus 7“ Singles der unlängst erschienen Neuauflagen von Bossanova und Trompe le Monde verfügbar waren, der Allgemeinheit zugänglich.
The Breeders haben ihre (vergleichsweise griffigere, rockigere – oder zumindest direktere) Version des von Kim Deal und Frank Black gemeinsam geschriebenen Go Man Go bereits veröffentlicht – als Bonus Track auf der 30th Anniversary Edition von Last Splash.
Die Pixies-Variante schwoft nun, ebenfalls von der Bassistin sinnierend erzählt gesungen, dualistischer angelegt, wie eine halluzinogene Erinnerung an die 50er durch einen geisterhaften Ballsaal. Die Gitarren funkeln und schimmern unter sanften Effekten. Für den Refrain wechseln die Konturen in ein kraftvolleres Setting, doch die Stimmung bleibt launisch und lasziv, verletzlich, aber bestimmt. Dennoch wirkt die atmosphärisch faszinierendere Interpretation der Pixies vergleichsweise wie ein nicht zum Punkt findendes, dezent unausgegorenes Mäandern um eine tolle Idee. Weswegen es die Nummer seinerzeit nicht auf Bossanova geschafft hat, ist also schon nachvollziehbar. Wäre sie in den Archiven verrottet, wäre dies jedoch ein absoluter Jammer gewesen.
Dig for Fire hat es dagegen auf das Album von 1990 geschafft. Allerdings ist die ursprüngliche, noch von Steve Albini während der Sessions zu Surfer Rosa eingegangene Aufnahme beinahe ein anderer Song, als die mit Uff-ta stacksend-schrammelnde Darstellung, die Gil Norton der Band abgerungen hat: Wilder und energischer nach vorne wirbelnd und polternd bratzen die Gitarren viel schroffer und ungestümer, wie das Stakkato eines mit Handbremse angezogenen Punkrocks, der den gemeinsamen Refrain sogar catchier auflöst.
Auch die spannende Evolution von Brakish Boy lässt sich nun ein Stück weit nachvollziehen. Das Trompe Le Monde-Outtakes war ursprünglich nämlich keine reduziert-beschwingte Solo-Nummer von Frank Black, sondern ein Pixies-Original, das von einem weirden Keyboard hinter dem straighten Bandsound surfend und repetitiv angetrieben wird.
Am interessantesten ist jedoch wohl dennoch das bisher komplett unbekannte Punk Loop, das im Zuge der Restauration des vierten Studioalbums zwischen alten Mastertapes gefunden wurde. Tatsächlich könnte man meinen, die rohe Ursuppe von Bagboy vor sich zu haben, in denen Black Francis die Pixies zu The Fall dirigiert, indem er wütend eine Dada-Collage (aus Kinderlexikonbildern und industriellen Geistesblitzen) am Spoken Word auf einem vergleichsweise heavy schiebenden Nomen-est-Omen-Track skandiert, während Kim im Hintergrund harmonisch den Mond anheult. Nicht nur Andy Falkous dürfte die Nummer lieben. Spätestens, wenn sich das Szenario ab der Mitte erst zu lichten scheint, nur um sich dann mit Hobo-Mundharmonika zur stoischen Noise-Anleihe aufreibt.
Was die vier Stücke vielleicht zu keinen Juwelen der Pixies-Diskografie macht – sehr wohl aber zu einer absoluten Bereicherung für Komplettisten und Afficionados.


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