Red City Radio – Titles

von am 7. Oktober 2013 in Album

Red City Radio – Titles

Es gab nicht wenige die das Debüt der vier Saufbolde ‚The Dangers of Standing Still als eines der besten Album der Punkrocksparte 2011 sahen. Ein Whoooa-Chorgesang jagte den nächsten und live wusste das Quartett sowohl im kleinen Rahmen wie dem Grazer Sub als auch auf grossen Bühnen wie dem Groezrock (wo sie außerdem durch geschicktes Anbiedern an Genregrössen wie Hot Water Music auffielen) durchaus zu gefallen.

Doch dann wurde es ruhig um Red City Radio, bis sie diesen Herbst endlich ihr Schweigen brachen und mit ‚Titles‘ den langerwarteten Nachfolger zum 2011er Bomber nachbrüllten. Grosse Literaten oder Verfechter der feinen lyrischen Klinge waren Red City Radio noch nie, vielmehr zeichnete sich ihr Stil durch den Einsatz möglichst vieler Chöre, eingängiger Hooklines und Melodien mit einem Maßkrug voller bierseliger Stimmung aus. Kurz, ‚The Dangers of Standing Stil war ein Album voller solider und eingängiger Punkrock Hits, die vom starken Zusammenspiel der beiden Sänger Garrett Dale Jonathan Knight lebte. Red City Radio wären dumm und fahrlässig ebendiese gängigen Erfolgselemente über Bord zu werfen, frei nach dem Motto: „Never change a winning Team“. Sollte man meinen. Dennoch taten sie es gewissermaßen für ‚Titles‘, was ihnen aber keineswegs zum Nachteil gereicht hat. Aber es gibt auch hier noch immer jene Momente, die die Band so ausgezeichnet haben, wenn auch in abgewandelter Form.

Show Me On The Doll Where The Music Touched You‘ (nicht der einzige durchaus kreative Songname der Platte) startet zwar durchaus gemächlich und ruhig, aber sobald hier das Tempo angezogen wird, findet man sich selbst mit dem treibenden Schlagzeug-Beat kräftig mutwippend, nur um schlussendlich mit Gareth Dale in die Hymne aufs „Wiederaufstehen-und-Weiterkämpfen“ mit einzustimmen. Das darauf folgende, nach einem Bibelzitat benannte ‚Joy Comes With The Morning‘ (weniger kreativ) erweist sich als weltliche, mid-tempo Punkrock Ballade mit ordentlichem Drive, an der sich schon eines klar erkennen lässt: Die Vier haben ihre Zeit scheinbar nicht nur mit Bier, Zigaretten und Whiskey verbraucht (obwohl Sänger Gareth Dale klingt wie ein Möchtegern Joe Cocker; auf dieses Original fehlen allerdings noch einige Flaschen Jameson) sondern auch brav an ihrem Songwriting gearbeitet. Hier hat sich Red City Radio mit Sicherheit ein Stück weiterentwickelt, leider gingen dabei etwas der Furor und der Zug nach vorne der früheren Alben verloren.

Ein Album dass die Fans spalten könnte, einige werden zweifellos die rohe Energie und den rauen Charme des Vorgängers ‚The Dangers of Standing Still‘ vermissen, andere werden in ‚Titles‘ allerdings den nächsten Schritt aus dem vielzitierten Underground auf grössere Bühnen sehen. Das ausgefeiltere und variantenreichere Spiel wäre ein Argument für die zweite Meinung.

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