Royal Blood – Royal Blood

von am 20. September 2014 in Album

Royal Blood – Royal Blood

Ausgerechnet pünktlich zum Comeback von Death From Above 1979 frisst der Feuilleton einem jüngeren Bass/Schlagzeug-Duo aus der Hand. Vielleicht kein Wunder, bei der Menge an Jack White, die Royal Blood inhaliert haben.

Womit auch schon die zwei prägenden Grundpole, zwischen denen Bassist Mike Kerr und Drummer Ben Thatcher ihren ausnahmslos auf Rhythmusgruppenzubehör heruntergebrochenen, jedoch erstaunlich (bis übersättigend) fett ausproduzierten Garagerock verankert haben, bereits genannt wären – auch wenn die Art und Weise wie Royal Blood  etwa das groovende ‚Come On Over‚ oder das eckige ‚You Can Be So Cruel‚ auspacken durchaus an Them Crooked Vultures denken lässt; das ‚Little Monster‚-Riff sollte gar Tom Morello ein Lächeln abringen.
Aber Nummern wie ‚Figure it Out‚ oder das quietschende ‚Ten Tonne Skeleton‚ könnte derart durchaus auch 1:1 auf ‚The Physical World‚ zu finden sein (was natürlich insofern eine Abwärtsspirale für das Duo aus Worthington darstellt, weil alleine diese Minuten vor allem den Wunsch auslösen anstelle des Debüts hier doch gleich das Zweitewerk von Death from Above 1979 aufzulegen…und dieses widerum nur das Bedürftnis nach ‚You’re a Woman, I’m a Machine‚ auslöst), während sich der Rest der Platte geradezu schamlos am Output des so gerne überschätzten Jack White bedient, vordergründig direkt an den beiden okayen The Dead Weather-Platten.

Rein vom Unterhaltungswert ausgehend betrachtet kann man der Band dabei kaum Vorwürfe machen. Die zehn Songs dieses versierten Debüts, beinahe ausnahmslos Hits übrigens und vollgepackt mit stompenden und schweißtreibenden Melodien, kicken gut, gehen sofort ins Ohr und haben auch die eine oder andere Songwriting-Wendung parat, um dem englischen Duo durchaus Potential für die Zukunft zutrauen zu müssen. Besonders die Momente, in denen Royal Blood vom Gaspedal treten und sich aufblähen (‚Blood Hands‚ kommt einer Ballade auf ‚Royal Blood‚ noch annähernd am nächsten, ‚Better Strangers‚ ist eine schleichende Bluesrock-Verneigung) schinden Eindruck. Praktisch aber fehlt es dem Albumeinstand der Engländer auf Sicht an emotionaler Substanz, vieles bleibt reine Hülle –  die angedeutete Gefährlichkeit des Rock’n’Roll, die strahlt ‚Royal Blood‚ zudem nur an der Oberfläche aus – darunter ist das vor allem auf die richtige Ästhetik getrimmte ‚Royal Blood‚ relativ passgenau maßgenschneiderter, glatt runtergehender und schlichtweg schnell langweilender Zielgruppenrock für NME-Abonennten. Musik also, die Formatradiostationen auflegen werden, sobald sich Blood Red Shoes zu wenig verrucht anfühlen, der Sex- und Drugs-Gehalt der Queens of the Stone Age aber doch zu zerschossen neben der Spur bedroht.

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