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"Ich war gelangweilt und ausgebrannt, was geradlinige Gitarrenmusik anging" erklärt der Ty Segall, und legt deswegen nach dem relativ geradlinigen Gitarrenalbum 'Manipulator' ein Novum in seiner ausufernden Discographie vor: Sein achtes Studioalbum seit 2008 ist insofern eine Premiere, als dass es durchaus den Eindruck erzeugen kann, es erstmals mit einem Fehlgriff des 28 Jährigen Worcaholic zu tun zu haben.
Mit der Vergangenheit hat er auf dem nostalgischen Comeback 'The Next Day' seinen Frieden geschlossen und damit die Freiheiten geschaffen, um sich auf 'Blackstar' ein letztes Mal neu zu erfinden - oder mehr noch, endgültig alle Grenzen zu überschreiten: Während der Welt die Genies ausgehen, zelebriert David Bowie sein finales Kunststück, wahrscheinlich sogar ein überragendes Konzeptalbum über seinen eigenen Tod.
Nach dem Aus seiner Ehe ist der Sebadoh-Chef und Dinosaur Jr.-Bassist Lou Barlow zurück nach Massachusetts gezogen, hat sich dabei offenbar an Sentridoh erinnert und kurzerhand ein ähnlich reduziertes Kleinod von einer unscheinbaren Platte aufgenommen, deren spartanisches Klanggewand schonmal darüber hinwegtäuschen kann, was für ein erfahren-kluges Album 'Brace the Wave' doch geworden ist.
Slayer hatten in den sechs Jahren seit 'World Painted Blood' mit starken Turbulenzen zu kämpfen, haben sie doch nach 28 gemeinsamen Jahren nicht nur die Trennung von Produzent Rick Rubin und den Labelwechsel zu Nuclear Blast vollzogen, sondern vor allem auch ihre halbe Stammbesetzung verloren.
Unverhofft kommt oft. Die Premiere des Festivalklassikers Nuke am Grazer Messegelände war eigentlich keine Option im persönlich Festivalkalender. Mit 80 Euro für einen Tag recht teuer, die österreichischen Senkrechtstarter Wanda und Bilderbuch zugunsten namhafter deutscher Bands am frühen Nachmittag platziert und 24.000 Menschen am relativ kleinen Messegelände; allesamt Gründe das Festival auszulassen. Doch Fortuna (und Merchzilla) sei Dank, gewonnene Karten ermöglichten doch noch ein ebenso hochsommerliches wie chaotisches Festivalvergnügen.
7 Jahre und eine erfolgreiche Entziehungskur nach '¿Cómo Te Llama?' schickt sich Albert Hammond, Jr. auf seinem dritten Soloalbum an, all jene Fans der Strokes wieder an Bord zu holen, die den New Yorkern nach 'First Impressions of Earth' nicht weiter folgen wollten.
Courtney Barnett hat auf ihrem wunderbar slackerhafter umherstreunenden Debüt nicht nur den Albumtitel des Jahres auf Lager, sondern auch einige der schlagfertigsten Textzeilen der letzten Zeit. Dass das Songwriting an sich da nicht immer mithalten kann, ist deswegen auch beinahe halb so wild.
Man muss sich nicht emotional in die dem vierten Soloalbum von Steve Wilson zugrunde liegende, sozialkritische Hintergrundgeschichte verlieren können, und in dem eklektischen Stilfeuerwerk drumherum festzustellen: schönere, unterhaltsamere Songs hat der Engländer seit Ewigkeiten nicht geschrieben!
Dass Noel für die besten Post-Oasis-Momente zuständig sein würde, war ja irgendwo immer klar. Dass er dies jedoch auch mit einem Album unter Beweis stellen würde, das sich dezent aus der Wohlfühlzone des Briten lehnt und dabei sogar vorführt, wie man Saxofonsoli ohne Fremdschämgefühl auffährt - das überrascht dann doch in gewissem Ausmaß.





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