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Wenn man will, kann man dem immer wieder zu pathetisch in die Arena schielenden Gesten neigenden Debüt von LUH durchaus anhören, dass Ellery Roberts mit WU LYF 2011 am Sprung war, die gesamte (Indie)Welt im Rausch zu erobern. Spiritual Songs for Lovers to Sing hat jedoch noch weitaus höhere Ziele als das, ächzt dabei nach zu langer Zeit im Inkubator jedoch schon einmal unter seinem vieldimensionalen Überbau.
Daher Omar offensichtlich einen neuen Zugang zu den Songs von At The Drive-In gefunden hat, klappt es diesmal auch mit der funkensprühenden Reunion. Nach den mitunter verhalten aufgenommenen 2012er-Konzerten melden die Post Hardcore-Götter deswegen sogar mit Ambitionen auf eine längerfristige Zusammenarbeit zurück. Knapp eineinhalb Stunden in der Arena unterstreichen, dass dies trotz eines markanten Schönheitsfehlers keine halbgare Idee sein könnte.
Nicht verpassen! | 50 – 41 | 40 – 31 | 30 – 21 | 20 – 11 | 10 bis 01 |
10.
Cult [mehr…]
Bei einer Rangliste von gerade einmal 50 Alben fällt natürlich zwangsläufig einiges unter den Tisch. Weil da aber eben so viele Veröffentlichungen bleiben, die zum Jahresabschluss keineswegs unerwähnt bleiben sollten, gibt es auch dieses Jahr wieder 15 (eigentlich: 16, aber was soll's) Honorable Mentions - Geheimfavoriten, faszinierende Ausnahmeerscheinungen und eben schlichtweg in ihrer Weise herausragende Alben des Jahres 2015, die man keinesfalls verpasst haben sollte.
Cloud Rat waren immer schon mehr als "nur" Grindcore nahe der Perfektion - auf keiner Platte der Band aus Michigan wird dies jedoch derart eindrucksvoll vorgeführt, wie auf 'Qliphoth' - wenn Thou-Gitarrist Andy Gibbs das Drittwerk als die bisher stärkste Veröffentlichung von Cloud Rat bezeichnet, hat er absolut Recht. Mitverantwortlich für diesen neuerlichen Qualitätsanstieg seit dem furiosen 'Moksha' ist die Aufnahme von Brandon Hill, der den Sound der zum Quartett gewachsenen Kombo nachdrücklich erweitert hat und nun mit seiner Anwesenheit auch den Heavy Pop Adventskalender bereichert.
Dass Phantom Winter als gefühlte Nachfolgeband von Omega Massif sich nicht nur damit begnügen würden deren augenscheinlich übermächtige Fußspuren auszufüllen - für diese Erkenntnis braucht es gerade einmal die 5 Songs von 'CVLT'. Nicht nur die Hinzunahme von Vocals zeichnen da ein eindrucksvolles Bild einer kompromisslosen und hungrigen Band, die in düsterer Atmosphäre längst ihre eigene Handschrift entwickelt hat, sondern die generelle Ausweitung der Kampfzone. Dass Phantom Winter mit diesem Gewaltakt von einem Einstand im Rücken trotz aktuell intensiver Studioarbeit die Zeit gefunden haben, um dem Heavy Pop Adventskalender einen Besuch abzustatten ist insofern eine absolute Freude - den Nachfolger zu 'CVLT' serviert zu bekommen, kann man freilich noch weniger erwarten.
Im direkten Vergleich zum vorangegangenen Wahnsinnsjahr sind es Thou 2015 verhältnismäßig ruhig angegangen: Neben einer Split mit Great Falls, der Adult Swim-Single 'Eyehatethou' und den beiden Record Store Day Gala-Auftritten ('Only You Deserve Conceit' und die Nirvana-Verneigungen auf 'Whatever Nevermind' gehören zum Besten, was die Interpretations-Meister aus Baton Rouge je vorgelegt haben) hinterließ so vor allem der zweite Teil der Kooperation mit The Body nachhaltige Spuren: 'You, Whom I Have Always Hated' vervollständigt 'Released From Love' auf imposante Art und schürt die Hoffnung, dass diese kongeniale Bandsymbiose in Zukunft noch öfter gemeinsame Sache machen wird. Einstweilen kompiliert Gitarrist Andy Gibbs den achten Tag des Heavy Pop Adventskalender.
Auch die Panem-Filmreihe setzt auf das gängige Schema fetten Hollywoodblockbustern einen prestigeträchtigen Soundtrack zur Seite zu Stellen - und fährt im zweiten Anlauf mit einer Hinwendung zu zahlreichen Vertretern der oberen Indie- und Alternative Riege wieder gut damit.
Die schwedischen Elektro-Visionäre The Knife schließen nach mehr oder minder 7 Jahren Abwesenheit weitestgehend mit der eigenen Vergangenheit ab, liefern darüber hinaus jedoch gleich einen Ausblick, wie die Zukunft des Genres eventuell klingen könnte. Im Hier und Jetzt hinterlässt dies so begeistert wie ratlos.
Die Hypemaschine rotiert seit über einem Jahr zu den Vorabsingles des Phänomens Purity Ring. Das dazugehörige erste Album fasst nun nicht nur zusammen, warum das so ist, sondern unterstreicht das Potential der beiden Jungspunde aus Kanada nocheinmal zusätzlich.


![At the Drive-In, Le Butcherettes [05.04.2016: Arena, Wien] At the Drive-In, Le Butcherettes [05.04.2016: Arena, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2016/04/Live-AtD-I-3-e1460058941959.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)





