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Rifforientierter, metallischer und wieder deutlich härter auf der einen Seite, noch himmelstürmender in die Weite ziehend auf der anderen: Deafheaven stemmen die Bürde von 'Sunbather' im Ausformulieren der Extreme, vergessen aber phasenweise auf die Wege dazwischen.
So amüsant der die Grundzutaten umkehrende Querverweis auch sein mag: Ob ihr drittes Studioalbum einen ähnlich wegweisenden Status einfahren wird wie Slick Ricks gleichnamiger Hip-Hop-Klassiker, darf ernsthaft bezweifelt werden. Denn ohne Tyondai Braxton als Leithammel oder die auf 'Gloss Drop' akkurate Kompesationsarbeit leistenden Gastsänger verlaufen sich Battles in den akribisch konstruierten Instrumental-Klangräumen von 'La Di Da Di' mit latenter Beliebigkeit.
Das überraschendste am dritten Libertines Album ist weniger die Tatsache, dass es überhaupt tatsächlich erschienen ist, als vielmehr die Erkenntnis, in welchem Ausmaß es für das englische Quartett funktioniert, seinen jugendlichen Übermut über weite Strecken zugunsten einer zuverlässigen Professionalität abgelegt zu haben.
Kein Schnellschuss, sondern akribisch forcierte Weiterentwicklung: Alabama Shakes schöpfen die Möglichkeiten ab, die sich ihnen mit ihrem Debütalbum aufgetan haben und modernisieren ihren Retrorock in Sound and Color.
Phantom Winter heißen unmittelbar dort in vertrauten Post-Metal-Gefilden willkommen, wo der grandiose 2011er-Schwanengesang 'Karpatia' entließ, benötigen aber dennoch nur wenige Sekunden um klarzustellen, dass 'CVLT' sich definitiv nicht unter dem Omega Massif-Banner bewegen wollte: der Spagat zwischen übernommenen Stärken und stilistischer Neuausrichtung, er gelingt dem Quartett aus Würzburg.
Tyondai Braxton war immer schon ein Grenzgänger, dem keine Expedition zu waghalsig war. Weiter draußen - oder zumindest: abseits Braxtons eigener Gehirnwindungen nur phasenweise erfüllend wahrzunehmend - als auf den experimentellen Elektronik-Installationen von 'Hive1' hat sich der 36 Jährige bisher allerdings wohl noch nicht ausgetobt.
Bell Witch werden auf 'Four Phantoms' zu Alchimisten des Funeral Doom: Mit vier ambitioniert-erschlagenden Songmonolithen von bis zu 23 Minuten Länge huldigen sie den Grundelementen Erde, Feuer, Wasser, Luft und hieven ihr Songwriting dabei freigeistig auf eine neue Ebene.
Während Foo Fighters-Boss Dave Grohl die Werbetrommel rührt, sich Tool-EPs in U2-Alben schleichen und die White Stripes die bestverkaufte Platte des Events vorlegen mehren sich längst kritische Stimmen zum Ablauf des allgemeinen Prozedere des Record Store Day, dessen zugrunde liegende Idee längst pervertiert scheint. Abseits der phasenweise horrenden Preisentwicklungen lohnen dennoch wieder einige Veröffentlichungen die Jagd.
Ihr letztes Meisterwerk liegt vielleicht bereits über ein Jahrzehnt zurück, die Pausen zwischen den Veröffentlichungen werden dazu immer länger und Überraschungsmomente selbst sind im Bandkosmos praktisch nicht mehr vorhanden. Weil Built to Spill-Platten aber immer noch die Faszination in der Gewohnheit finden, bereitet Doug Martsch dem Indierock zum achten Mal ein Geschenk, wie man es sich zuverlässiger kaum wünschen könnte.
Wer I Am Kloot bereits live erlebt hat, kann sicherlich bezeugen, dass John Bramwell und Co. an manchen Abenden die Bühne gar nicht mehr verlassen zu wollen scheinen und ihre Konzerte nur zu gerne zu wahren Marathonspaziergängen ausbreiten. Da erscheint es nur logisch, dass der erste Live-Mitschnitt der Briten es nicht unter 20 Songs am physischen Tonträger, sowie 6 weiteren, ausschließlich digital verfügbaren Nummern ins Ziel schafft.










