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Es scheint fast so, als hätte der verheerende Busunfall den Blick für das wesentliche geschärft: Die personell runderneuerten Baroness destillieren auf dem gefühlten Comeback 'Purple' die Absichten des Vorgängers 'Yellow & Green', lassen sich dann aber von den gefürchteten Produzentenskills des Dave Fridman einen Gutteil der Butter vom Brot klauen.
Knapp 10 Jahre ist es her, dass Brand New vor dem Trümmerhaufen ihres angedachten dritten Studioalbums standen: Die damals geleakten und Großteils verworfenen Studiodemos gibt es nun endlich in sauberer Qualität - auf Kassette und digital.
Mastodon haben es über die Länge von vier Alben getan, Thrice der Thematik ein Konglomerat aus EP's gewidmet...kaum einer hat die vier Elemente auf musikalischer Konzeptbasis bisher jedoch derart konsequent und charakterstark verdichtet, wie Bell Witch dies auf ihrem Zweitwerk Four Phantoms getan haben. Vier Epen strahlen da unter der fantastischen Produktion von Billy Anderson eine abgründige Dunkelheit aus, die eine faszinierende Formvollendung des bereits auf Longing so übermannend zelebrierten Dooms zelebriert. Dass Dylan Desmond stellvertretend für das Duo aus Ontario auch den Heavy Pop Adventskalender 2015 zu einem runden Abschluss bringt, ist insofern eine besonders schlüssige Ehre.
"Das Acoustic-Riot-Kraftpaket gehört zu den absoluten Ausnahmetalenten der boomenden Punk-Singer-Songwriter-Szene", will jemand seine Euphorie anhand der an der Höchstwertung kratzenden Review zur 'Where Did Mon and Dad Go So Wrong?'-EP gar nicht erst verbergen. Aber wozu auch? Punkrock mit Akustikklampfe, das geht kaum energischer und furioser, als Migre Le Tigre das seit seinem Solodebüt 2012 mit angenehm schlauen Texten praktiziert. Eventuell liegt es ja an den richtigen Hörgewohnheiten - der zielsichere Geschmack des Mannes aus Bern lässt sich am zweiten Tag des Heavy Pop Adventskalender 2015 jedenfalls nicht abstreiten.
Auch um Spenden für die Paris-Anschläge zu sammeln, verschenken die Foo Fighters (eine wahlweise natürlich auch in physischer Form erhältliche) eine unterhaltsame Interims-EP zum Gratis-Download.
Coheed und Cambria entschlacken ihren Sound auf 'The Color Before the Sun' mit regelrecht euphorisierender Effizienz vom Ballast des überbordenden SciFi-Konzepts rund um den Armory Wars-Epos. Und plötzlich ist der Blick frei auf die rockige Powerpop-Ader der Band, in all ihrer infektiösen Schmissigkeit.
Rifforientierter, metallischer und wieder deutlich härter auf der einen Seite, noch himmelstürmender in die Weite ziehend auf der anderen: Deafheaven stemmen die Bürde von 'Sunbather' im Ausformulieren der Extreme, vergessen aber phasenweise auf die Wege dazwischen.
Noch eine Runde, weil's grad so reibungslos läuft: Wanda zelebrieren jene 12 Songs, die vor einem Jahr nur knapp in der Selektion für den Megaseller und potentiellen Instant-Klassiker 'Amore' abgesoffen sind.
Auch wenn seine unerschöpfliche Produktivität andere Rückschlüsse zuließe: selbst ein Kurt Vile muss sich einmal zurücklehnen, entspannen und in sich gehen. Dann entsteht dabei eine Platte wie 'B'lieve I'm Goin Down'.
Während nahverwandte Kollegen wie Kadavar, Vintage Caravan und vor allem natürlich Blues Pills der wahrscheinlich besten Vintage-Rockband der jüngeren Vergangenheit immer dichter auf die Pelle rückten, haben Graveyard selbst sich vor ihrem nächsten Karriereschritt erst einmal einer verinnerlichten Standortbestimmung unterzogen, ihr Gruppengefüge neu geordnet und dem Nachfolger zu 'Lights Out' vor allem Zeit gelassen.










