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Vile Creature aus St. Catharines, Ontario haben kein Problem damit, sich ihre Agenda fett auf die Fahnen zu schreiben: mit seinem "anti-oppressive, vegan and queer doom metal" fällt 'A Steady Descent Into the Soil' inhaltlich aus dem gängigen Szene-Raster, liefert dahinter aber vor allem vorzügliche Genreware.
Die Konzeptgeschichte hinter 'Glitterbug' kann man getrost ignorieren: In erster Linie funktionieren The Wombats mit dem auf 'The Modern Glitch' installierten, synthielastigen Indierock abermals auf risikofreie Art als aufdringlich-eingängiges Singles-Fließband.
Als William Doyle im vergangenen Jahr sein East India Youth-Debütalbum vorlegte, konnte man die Unentschlossenheit in seinem mäanderndem, aber einnehmendem Songwriting noch dem Fakt zuschreiben, dass der Engländer erst kurz davor in die elektronischen Landschaften übersiedelt war.
Sufjan Stevens befreit sich vom wenig schmeichelhaften Elektro-Brimborium von 'The Age of Adz' und entblößt sein betörendes Singer-Songwriter-
'Play your song and I’ll play mine. It feels alright to waste some time. And we’ll see if after all, we will rise or if we fall.' – so der Refrain von Migre le Tigres 'I Cliche', aber irgendwie auch das Motto des stimmungsvollen Punkrock Kegelscheibens, das letzten Freitag und Samstag zum dritten Mal im Wiener Bach über die Bühne ging. Insgesamt 10 Bands gaben sich dort die Klinke respektive die Gitarre in die Hand – unter ihnen natürlich auch die Schweizer One-Man-Acoustic-Disco, mit der sich Heavy Pop vor dem Konzert über skurrile Tour-Erlebnisse, Anti-Selbsthilfegruppen unter Musikern und seine neue 7'' unterhalten hat.
"Anybody can get it/The hard part is keepin' it, motherfucker' mahnt Dr. Dre früh, doch Kendrick Lamar verliert die Fallhöhe nach 'Good Kid, M.A.A.D City' ohnedies nicht aus den Augen: 'To Pimp a Butterfly' löst nicht nur alle Versprechen ein, die das Durchbruchsalbum 2012 gegeben hat, sondern stemmt mit der Virtuosität der Brainfeeder-Crew im Rücken einen inhaltlichen und stilistischen Gewaltakt, an dem sich der Hip Hop bis auf weiteres messen lassen wird müssen. Am Ende steht der 28 Jährige Comptoner endgültig als neuer König der Westküste.
Eine ungewohnt fett knallende, Hi-Fi-Studioproduktion und ein daraus resultierendes, an zugänglicheren Strukturen interessiertes Songwriting. Diese zwei Zutaten, die man an keiner vorangegangenen Lightning Bolt Platte zwangsläufig vermisst haben musste sind es nun, die das erste (richtige) Album des Duos seit knapp 5 Jahren aus neuen Perspektiven ausleuchtet.
Die Frage, was Mama und Papa falsch gemacht haben, lässt sich zwar nach dem ersten Hören von Migre le Tigres neuer EP leider immer noch nicht beantworten, aber eines ist gewiss: die selbsternannte Akustik-Punk-Disco-Maschine gehört zu den absoluten Ausnahmetalenten der boomenden Punk-Singer-Songwriter-Szene.
In den acht Jahren seit 'We Were Dead Before the Ship Even Sank' hat sich bei Modest Mouse merklich einiges angestaut. 'Strangers to Ourselves' wird deswegen zu einer Comeback-Platte, die zwischen Vergangenheitsbewältigung der 00er-Jahre und vage angerissenen Zukunftsaussichten tändelt, dabei aber vor allem auf die erhofft markerschütternde gegenwärtige Standortbestimmung vergisst. Mehr als ein gewisser Fokus fehlt dem souveränen Treiben jedoch die richtige Produktion.
Ein Hoch auf die Oberflächlichkeit der Gesellschaft, den hemmungslosen Hedonismus und die eigene Geilheit. Over the top ist da gerade genug und fremdschämen sollen sich sowieso andere: Auf der Höhe der sich über die letzten Monate stetig zuspitzenden Hypewelle feiern Bilderbuch 12 funkige Songs lang die Pop-Party ihres Lebens










