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Daher Omar offensichtlich einen neuen Zugang zu den Songs von At The Drive-In gefunden hat, klappt es diesmal auch mit der funkensprühenden Reunion. Nach den mitunter verhalten aufgenommenen 2012er-Konzerten melden die Post Hardcore-Götter deswegen sogar mit Ambitionen auf eine längerfristige Zusammenarbeit zurück. Knapp eineinhalb Stunden in der Arena unterstreichen, dass dies trotz eines markanten Schönheitsfehlers keine halbgare Idee sein könnte.
Kaum einer Band hat man in jüngerer Vergangenheit einen Labelwechsel derart eklatant angehört, wie den Witchcraft-Umstieg von Rise Above Records zu Nuclear Blast. Vor dem Hintergrund eines diesmal wieder stärker an die Frühphase der Band erinnernden Songwritings ist es insofern jedoch ein noch zweischneidigeres Schwert, dass 'Nucleus' soundtechnisch - wenn auch etwas aufgeweicht - dort weitermacht, wo 'Legend' vor 4 Jahren aufgehört hat.
Marcus Mumford und seine Sons haben erkannt, dass die Welt nach 'Babel' keinen zweiten Aufguss des konsumfertig zurechtdesignten Pseudo-Folks von 'Sigh No More' gebraucht hätte. Dass die Engländer nun aber in erstaunlicher Konsequenz jedwedes Banjogeschrammel und Stampfschlagzeug aus ihrem Soundbild verbannen, kann nicht die ultimative Lösung sein: 'Wilder Mind' positioniert sich aller bisherigen Erkennungsmerkmale der Band entledigt konsumfertig zurechtdesignt absolut austauschbar inmitten eines radiotauglichen Konsens-Indierocks.
Ihr letztes Meisterwerk liegt vielleicht bereits über ein Jahrzehnt zurück, die Pausen zwischen den Veröffentlichungen werden dazu immer länger und Überraschungsmomente selbst sind im Bandkosmos praktisch nicht mehr vorhanden. Weil Built to Spill-Platten aber immer noch die Faszination in der Gewohnheit finden, bereitet Doug Martsch dem Indierock zum achten Mal ein Geschenk, wie man es sich zuverlässiger kaum wünschen könnte.
'Play your song and I’ll play mine. It feels alright to waste some time. And we’ll see if after all, we will rise or if we fall.' – so der Refrain von Migre le Tigres 'I Cliche', aber irgendwie auch das Motto des stimmungsvollen Punkrock Kegelscheibens, das letzten Freitag und Samstag zum dritten Mal im Wiener Bach über die Bühne ging. Insgesamt 10 Bands gaben sich dort die Klinke respektive die Gitarre in die Hand – unter ihnen natürlich auch die Schweizer One-Man-Acoustic-Disco, mit der sich Heavy Pop vor dem Konzert über skurrile Tour-Erlebnisse, Anti-Selbsthilfegruppen unter Musikern und seine neue 7'' unterhalten hat.
Auf 'Ugly Animals' und 'YPPL' haben Michael Crain und Co. dem Trademark-Grindcore von Szene-Ikone Justin Pearson den Rock beigebracht. Für 'Beneath California' lernen Retox nun noch weitere explosive Tricks.
Yannick Ilunga, ein 24 jähriger Kapstädter, ist (noch?) kein Innovator des Pop, versteht es aber die Zeichen der Zeit zu deuten und seine eklektischen Songs bei den richtigen Vorbildern abzuschöpfen.
Gitarrist Jim Root konnte Corey Taylor seinen Rauswurf bei Stone Sour wohl verzeihen: bei Slipknot ist er ja noch an Bord. Und wie zuletzt darf er dort neben allerlei Geknüppel sehr ähnliche Riffs anbringen, wie bei seiner Ex-Band.
24 Songs in 82 Minuten und mehr eingetauchte Proberaumjamsession als Studioalbum. Trotzdem ist schnell klar: Foxygen könnten ohne Probleme einen adäquaten Nachfolger für 'We Are the 21st Century Ambassadors of Peace & Magic' vorlegen - Lust haben sie darauf mit ihrem Drittwerk aber keine, sondern taumeln lieber vogelfrei über den Seiltanz zwischen Genie und Wahnsinn.

![At the Drive-In, Le Butcherettes [05.04.2016: Arena, Wien] At the Drive-In, Le Butcherettes [05.04.2016: Arena, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2016/04/Live-AtD-I-3-e1460058941959.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)








