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Es ist wahrscheinlich die eierlegende Wollmichsau des vergangenen Jahres. Zumindest hat keine andere Band 2015 derart mühelos bewiesen, dass zwischen all den Unterschubladen des Progressive Rock, Doom, Pop oder Heavy Metal nicht zwangsläufig Grenzen gezogen werden müssen. Mit 'Bridging Realms' haben Dreadnought eine faszinierend über den Dingen schwebende Genre-Chimäre geschaffen, deren stilistische Bandbreite sich nun auch anhand der diesjährigen Lieblingsplatten des Quartetts aus Colorado nachvollziehen lässt. Kelly Schilling, Jordan Clancy, Kevin Handlon und Lauren Vieira verraten im Heavy Pop Adventskalender ihre jeweiligen Top 5 des Jahres:
Der Entwicklungsschub, den Aloa Input nur ein knappes Jahr nach ihrem bereits so wundervollen Einstand Anysome hingelegt haben, um sich nun in die Umlaufbahn von Mars etc. zu beamen, ist ein beachtlicher. Hypnotischer hat 2015 wohl niemand sonst die experimentelle Psychedelik des Animal Collectives an den elektronischen Rock von The Notwist angenähert, um hinter dem fokussierten Sound von Olaf Opal faszinierend-wohlige Pop-Organismen wachsen zu lassen. Wobei selbst die offensichtlicheren Referenzen hier mittlerweile zu kurz greifen: Cico Beck, Marcus Grassl und der heutige Heavy Pop Adventskalender-Gast Florian Kreier alias Angela Aux agieren zwar weiterhin komplex-einladend, lösen die Versprechungen ihres Debütalbums aber erfreulich weit draußen ein - und erforschen in ihren besten Augenblicken so mitunter geradezu magisch schimmernde Sphären.
Um den Sound von The Icarus Line zu verorten, kann man durchaus auf Referenzgrößen wie Swans, die Stooges oder Grinderman verweisen, dabei aber eben auch nicht umhinkommen anzumerken, dass sich keine andere Band da draußen tatsächlich anfühlt wie Joe Cardamone's Outlaw-Kombo: es ist diese beispiellose ekstatische, ungemütliche und gefährliche Aura, die bereits jedes bisherige Album der Kalifornier auszeichnete, auf 'All Things Under Heaven' mittels einer fiebrig-spontanen Unberechenbarkeit aber auf einen neuen Zenit getrieben wird.
"Founded on the principles of unwavering epic doom metal" haben Crypt Sermon seit jeher auf ihrem Banner stehen und ihr Debütalbum lässt diesbezüglich eindrucksvoll Taten folgen: 'Out of the Garden' scheut sich als unermüdlich heavy walzende Riffkaskade vor dem Herrn nicht zu zeigen, dass es seine Lektionen in der Grundschule der Genre-Größten - wie Candlemass, Solitude Aeturnus, Black Sabbath oder Dio - verinnerlicht hat und diese Ansätze mit dem markanten Gesang von Brooks Wilson und bärenstarkem Songwriting in eine eigenständige Richtung weiterdenkt. Am Ende steht ein traditionelles Doom-Album, dass so auch in Jahren noch frisch und zeitlos klingen wird. Gitarrist Steve Jansson blickt derweil am dritten Tag des Heavy Pop Adventskalender auf die vergangenen 12 Monate zurück.
Heute [4. Dezember] gibt es die 16. Ausgabe des Grrrls Night Out im zweiten Floor der Postgarge zu erleben. Die All-Female-Veranstaltung lässt diesmal keine Sound-Wünsche unerfüllt, ein breites Spektrum wird abgedeckt!
Schwer zu sagen, ob die Songs vom aktuellen Studioalbum 'Out' auf der Bühne tatsächlich noch einmal soviel stärker zünden als auf Platte, oder ob die Konzerte der Nerven einfach immer besser werden. So oder so gilt jedenfalls: auf dem Livesektor kann dem Stuttgarter Trio momentan einfach kaum jemand das Wasser reichen.
Eigentlich kaum zu glauben, aber: War das selbstbetitelte, 2013 unmittelbar auf die Siegertreppe unserer Jahrescharts vorpreschende Debütalbum der designierten Supergroup Vhöl womöglich nur eine erste Aufwärmrunde für John Cobbett (Hammers Of Misfortune), Aesop Dekker (Agalloch), Sigrid Sheie (Hammers Of Misfortune) und YOB-Mastermind Mike Scheidt? Zumindest legt die neuerliche Steigerung 'Deeper than Sky' dies vehement nahe.
'Slave Vows' und dessen Appendix 'Avowed Slavery' haben eine Entwicklungsstufe für Joe Cardamones Band gezündet, deren zumindest vorläufigen Höhepunkt nun 'All Things Under Heaven' erreicht: für The Icarus Line werden in ihrer zügellosen, ekstatischen Unberechenbarkeit immer kompromiss- und rücksichtsloser.
Beurteilte man das erste Soloalbum Guy Garveys nach dem, was es sein soll - eine stilistisch befreiende Rundumschau in all die Möglichkeiten, die im Kontext seiner zum Megaseller aufgestiegenen Band Elbow nicht (mehr) möglich gewesenen wären - müsste man 'Counting the Squall' zumindest auf den Erstkontakt hin über weite Strecken gewissermaßen als gescheitertes Experiment ansehen.
Dezente Abnutzungserscheinungen am perfektionierten Modus Operandi schimmern zwar langsam durch die Lederjacke, spätestens wenn Marco Michael Wanda über das Publikum läuft ist dies aber für den Moment noch relativ egal: die Unterhaltungsmaschine Wanda liefert bis auf Weiteres reibungslos ab.






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