Suche nach: the fall
Marcus Mumford und seine Sons haben erkannt, dass die Welt nach 'Babel' keinen zweiten Aufguss des konsumfertig zurechtdesignten Pseudo-Folks von 'Sigh No More' gebraucht hätte. Dass die Engländer nun aber in erstaunlicher Konsequenz jedwedes Banjogeschrammel und Stampfschlagzeug aus ihrem Soundbild verbannen, kann nicht die ultimative Lösung sein: 'Wilder Mind' positioniert sich aller bisherigen Erkennungsmerkmale der Band entledigt konsumfertig zurechtdesignt absolut austauschbar inmitten eines radiotauglichen Konsens-Indierocks.
20 Jahre Gainesville's Finest, das will gefeiert werden. Zudem hat Chuck Ragan im Interview ja auch Großes angekündigt. Geworden ist es letztendlich nur eine umfangreiche Werkschau mit 4 verschiedenfärbigen 180g Vinylplatten und stimmungsvoller Aufmachung. Gleichermaßen also ein ausgerechnet für Langzeitfans doch etwas ernüchterndes Sammlerstück, wie der nahezu perfekt selektierte Einstiegspunkt für Entdecker der Punkrock-Legende Hot Water Music.
Es ist durchaus erlaubt zu mutmaßen, dass man 'MCIII' auf lange Sicht wohl ähnlich schnell vergessen haben könnte wie schon seinen herrlichen Vorgänger 'MCII'. Das macht aber alleine deswegen nichts, weil Michael Cronin mit seinem wunderbaren Gespür für Melodien zumindest wieder mühelos durch den nächsten Sommer tragen wird und mit breiterem Instrumentarium ausgestattet dazu auch sorgsam daran arbeitet als Songwriter zu wachsen.
Während Foo Fighters-Boss Dave Grohl die Werbetrommel rührt, sich Tool-EPs in U2-Alben schleichen und die White Stripes die bestverkaufte Platte des Events vorlegen mehren sich längst kritische Stimmen zum Ablauf des allgemeinen Prozedere des Record Store Day, dessen zugrunde liegende Idee längst pervertiert scheint. Abseits der phasenweise horrenden Preisentwicklungen lohnen dennoch wieder einige Veröffentlichungen die Jagd.
Bosse-De-Nage werden gemeinhin ja gerne in die Post-Black Metal-Schublade gesteckt. Spätestens mit 'All Fours' haben sie sich trotz einiger durchaus noch beibehaltener Genre-Verhaltenmuster aus dieser allerdings wohl endgültig freigespielt.
"I think I get some shit sometimes for wearing my influences on my sleeve, but I hope people can see that I really love music." sagt Ryley Walker - seines Zeichens der vielleicht größte Traditionalist, den die Folk-Szene derzeit zu bieten hat.
Mit der Entscheidung, ausgerechnet deren Produzent Chris Coady als Betreuer ihres Drittwerks anzuheuern, werden die längst zur Tagesordnung gehörenden Vergleiche von Lower Dens mit Beach House sicherlich nicht schwinden - Im Gegenteil. Wo sich 'Escape From Evil' den Gemeinsamkeiten mit dem Dreampop-Duo aber noch deutlicher aussetzt als seine beiden Vorgänger, stehen am Ende die bisher strahlendst auf den Punkt kommenden Kompositionen von Lower Dens.
Eine verzwickte Hypothek, die man Black Rivers im Grunde kaum negativ auslegen kann, die den 10 versammelten Songs aber doch immer wieder in den Rücken zu fallen droht: Gerade die besten Momente des selbstbetitelten Debütalbums nähren den Wunsch, dass die Williams-Brüder anstelle dieser neuen Spielwiese endlich wieder an einem neuen Doves-Album arbeiten würden.
Auch wenn Elder deutlich weniger geradlinig agieren und der Vergleich ohnedies in vielerlei Hinsicht hinken mag: mit ihrem dritten Album hat das Trio aus Boston in gewissem Maße das musikalische Pendant zu Mad Max: Fury Road aufgenommen.
Als William Doyle im vergangenen Jahr sein East India Youth-Debütalbum vorlegte, konnte man die Unentschlossenheit in seinem mäanderndem, aber einnehmendem Songwriting noch dem Fakt zuschreiben, dass der Engländer erst kurz davor in die elektronischen Landschaften übersiedelt war.










