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Dass der zur Gleichförmigkeit neigende, dunkle Melancholie-Minimalismus seiner Stammband nicht alles für Jamie Smith sein kann, stellt der 26 Jährige Londoner bereits mit dem titelentsprechenden, schillernden Artwork von 'In Colour' klar. Die dazugehörigen elf Songs seines Debütalbums entwickeln sich folgerichtig auch zu einem vielfältigen Stilamalgam, dessen Ursprung im The xx-Sound transzendent bleibt.
Will man der Plattensammlung die zum diesjährigen Record Store Day aufgelegte Neupressung von 'Deja Entendu' einverleiben, muss man via Discogs aktuell zumindest 180 Dollar (auf der nach oben offenen Abzockerskala) für die eskalierenden Sammlertriebe berappen. Das Wien-Gastspiel von Jesse Lacey und Co. führt dann allerdings vor Augen, dass derart skalpierende Preise durchaus auch darauf zurückzuführen sein könnten, dass die Songs des zweiten Studioalbums knapp 12 Jahre nach ihrer Veröffentlichung nichts von ihrem Reiz verloren haben und genauso frisch tönen wie am ersten Tag.
Phantom Winter heißen unmittelbar dort in vertrauten Post-Metal-Gefilden willkommen, wo der grandiose 2011er-Schwanengesang 'Karpatia' entließ, benötigen aber dennoch nur wenige Sekunden um klarzustellen, dass 'CVLT' sich definitiv nicht unter dem Omega Massif-Banner bewegen wollte: der Spagat zwischen übernommenen Stärken und stilistischer Neuausrichtung, er gelingt dem Quartett aus Würzburg.
Iceage-Frontmann Elias B. Rønnenfelt hat seine LoFi-Spielwiese Marching Church vom Soloprojekt kurzerhand zum "Rock Ensemble" umgewandelt - und damit zum Auffangbecken für Songs, die gefühltermaßen nicht rechtzeitig für 'Plowing Into The Field of Love' fertig waren. Das macht das Debütalbum des neuformierten Kollektives zwar beileibe zu keinen schlechten Einstand, kann aber den sich aufdrängenden Vergleichen zum Kopenhagener-Mutterschiff nicht ganz standhalten.
Freude des gepflegten Hardcore aufgepasst! Mahlstrom und Every Stranger Looks Like You haben sich zusammengetan, um diesen Juli u.a. beim Wiener DIY-Label My Name is Jonas eine Split raus zu bringen.
Tyondai Braxton war immer schon ein Grenzgänger, dem keine Expedition zu waghalsig war. Weiter draußen - oder zumindest: abseits Braxtons eigener Gehirnwindungen nur phasenweise erfüllend wahrzunehmend - als auf den experimentellen Elektronik-Installationen von 'Hive1' hat sich der 36 Jährige bisher allerdings wohl noch nicht ausgetobt.
Die versammelten 54 Minuten auf 'Hell or Highwater' werden bis auf weiteres freilich nichts daran ändern, dass man mit dem mittlerweile 54 Jährigen zuallererst Charaktere wie Fox Mulder, Agent Bryson oder Hank Moody verbindet, bevor man an den Songwriter David Duchovny denkt. Dennoch: Dieses Debütalbum ist ein erstaunlich solide abgehangenes Stück Middle-of-the-Road-Rock über den Erwartungen geworden!
Metz machen auf ihrem Zweitwerk kompromisslos dort weiter, wo ihr Debütalbum vor drei Jahren schon so erfrischend Krach und Krawall ausgeteilt hat. Die richtige Attitüde und Ästhetik können diesmal aber nicht die vorhandenen Schwächen der Band beim Songwriting verdecken.
Steve von Till bleibt auf 'A Life Unto Itself' der naturverbundene Folkbarde, dessen Songs eine vorzeitliche Mystik anhand einer erhabenen, zurückgenommenen Tiefe beschwören. Auf seinem vierten Soloalbum öffnet der Harvestman und Neurosis-Kopf seine archaischen Kompositionen allerdings auch deutlicher denn je erweiternden Einflüssen.
Die dringend nötige Pause nach dem allzu kuscheligen 'If Not Now, When?' hat Brandon Boyd und Co. gutgetan: Incubus haben ihre Gitarren (und Eier) wiedergefunden und anstelle der Frührente doch wieder Lust auf Rock. Jetzt fehlen eigentlich nur noch die wirklich starken Songs.


![Brand New / Dinosaur Pile-Up [24.05.2015: Arena, Wien] Brand New / Dinosaur Pile-Up [24.05.2015: Arena, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2015/05/Brand-New-Live-4-e1432566777678.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)







