Suche nach: the men
"Selbst an einem schwächeren Abend sind Mother Tongue eine der zehn besten Livebands der Welt". Eigentlich unfassbar, was Davo Gould da von sich gibt. Denn dass Mother Tongue auch nur ansatzweise einen schwächeren Tag haben können, erscheint kaum möglich.
James Kent alias Perturbator war rund um die Beiträge zu den großartigen Hotline Miami-Soundtracks sowie sein hervorragendes 2014er Werk Dangerous Days einer der großen Gewinner der französischen Retro-Dark-Synthwave-Welle.
Als würde man für das Chinese Democracy der Plunderphonics-Tüftelstube aus einer Zeitkapsel steigen: 2016 stürmen Blink-182 die Charts, die Welt jagt Kollektiv Pokémon und The Avalanches sind mit Wildflower plötzlich wieder immer noch Garanten für geschmackvollen zusammengebastelten Pop.
Da kann The Full Hit of Summer Rain noch so erbarmungslos zuschlagen: Für das Schaulaufen der Hochkaräter um Beirut und Sigur Rós trotzt die mit 9000 BesucherInnen ausverkaufte Linzer Donaulände den suboptimalen Wetterbedingungen.
The Hotelier vollenden spätesten jetzt den Entwicklungsschritt von der vielversprechenden Nachwuchshoffnung zur voll ausformulierten Referenzgröße und kristallisieren sich anhand von Goodness damit endgültig als die vorläufigen großen Gewinner des 90er-Emo-Revivals.
Vor dem süßlich-leichtgängigen Wohlklang-Sound ihres neuen Produzenten können auch die Chili Peppers nicht flüchten. The Getaway klingt deswegen, als hätte Danger Mouse eine tendenziell durchaus wieder stärker zu Abenteuern aufgelegte Band zu einem handzahmen Sommerpopalbum überredet. Kein ausnahmslos schlechter Deal, aber ein hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibender.
"It sounds like the musical equivalent of Ben-Hur. Ben-Hur coupled with Kursawa's Ran" hat Michael Gira versprochen - und liefert nun mit dem letzten Album dieser Inkarnation der Swans auch wirklich den formvollendet abrundenden Abschluss einer Reise, die mit dem gerne übersehenen My Father Will Guide Me up a Rope to the Sky in die Wege geleitet wurde. Dabei hat The Glowing Man natürlich von vornherein zwei ganz gravierende Probleme.
Das exzentrische Cover (zusammengewürfelte Photoshop-Esoterik anstelle stilisierter Simplizität) hat bereits Umbrüche vermuten lassen. Wie drastisch diese allerdings ausgefallen sind, überrascht dann doch absolut: Aus den ehemals so großen Traditionalisten von The Low Anthem ist in den fünf Jahren seit Smart Flesh eine arrivierte Experimental-Kombo geworden.
Rechtzeitig für seinen Einstand bei Matador legt der umtriebige Workaholic Steve Gunn sein bisher komplettestes Album vor: Eyes on the Lines ist eine geduldige Meisterleistung in Sachen kontemplativen Americana, der seinen weitschweifenden Blick stets sehnsüchtig auf die über den Horizont hinausführende Straße gerichtet hat.
Primus-Zauberbassist Les Claypool hat im umtriebigen Multiinstrumentalist Sean Lennon einen kongenialen Weirdo-Partner gefunden, um sich in abgespacte Sphären zu beamen - und mit The Monolith of Phobos ulkigerweise trotzendem bei einem seiner wohl zugänglichsten Alben seit Jahren zu landen.

![Mother Tongue [24.07.2016: Sublime, Aflenz] Mother Tongue [24.07.2016: Sublime, Aflenz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2016/07/Mother-Tongue-Live-5-e1469432731989.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)


![Ahoi! The Full Hit of Summer [12.07.2016: Donaupark, Linz] Ahoi! The Full Hit of Summer [12.07.2016: Donaupark, Linz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2016/07/Sigur-Ros-Live-4-e1468583153817.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)





