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Auf seinem vierten Studioalbum hat Kristian Matsson nicht nur kompositorisch mehr Sonnenschein denn je im Rücken, sondern auch eine vollständige Bandunterstützung. Wo das reichhaltigere Instrumentarium seinen Songs durchaus neue Facetten abschmeichelt, hat The Tallest Man on Earth diesmal aber allerdings leider weitestgehend auf Ecken und Kanten verzichtet.
Auf 'New History Warfare Vol. 3: To See More Light’' arbeitete Colin Stetson mit Hilfe der Stimme von Bon Iver Buddy-Justin Vernon bereits hart daran, seinen Saxophon-Fieberträumen neue Ebenen zu erschließen. Für 'Never Were the Way She Was' kommt er diesem Ziel auf anderem Wege sogar noch näher - indem er im Verbund mit Violinistin Sarah Neufeld seinen Expansionsdrang nach innen kehrt.
Other Lives haben ihren federleicht zwischen Kammerpop und Folk-Avantgardismus schwebenden Dream-Indierock noch weiter hinausgetrieben, als bereits auf dem so betörenden Fantasiegebilde 'Tamer Animals'. Weil der atmosphärische Sound auf dem Drittwerk des Trios aber endgültig wichtiger zu sein scheint als die zugrunde liegenden 14 Songs, die sich lieber freigeistig in ihrer verwunschenen Schönheit treiben lassen, als konkrete Ziele anzuvisieren, verliert sich das vage bleibende 'Rituals' auch immer wieder auf halben Weg zum furiosen Pop-Meisterwerk.
Seine Liebe zu Gott hat Thrice-Vorsteher Dustin Kensrue bereits auf dem zweifelhaften 'The Water and the Blood' ausführlich breitgetreten. 2 Jahre später streut er abermals Worship-Rosen: in erster Linie seiner Frau, in zweiter Linie dem Pop.
Was macht aus einem Damon Albarn-Song eine Blur-Nummer? Eine genaue Trennlinie diesbezüglich scheint auch Graham Coxon nicht ziehen zu wollen. Vielleicht ist das Comebackalbum der Britpop-Könige deswegen ein mitunter schizophren verschweißtes Werk geworden, das es im Wechselschritt ebenso schafft an die hauseigene Discographie der mittleren 90er anzuknüpfen wie daneben auch nahezu das gesamte Schaffen seines Sängers seit mindestens 'Think Tank' zusammenzufassen.
Ihr letztes Meisterwerk liegt vielleicht bereits über ein Jahrzehnt zurück, die Pausen zwischen den Veröffentlichungen werden dazu immer länger und Überraschungsmomente selbst sind im Bandkosmos praktisch nicht mehr vorhanden. Weil Built to Spill-Platten aber immer noch die Faszination in der Gewohnheit finden, bereitet Doug Martsch dem Indierock zum achten Mal ein Geschenk, wie man es sich zuverlässiger kaum wünschen könnte.
Wer I Am Kloot bereits live erlebt hat, kann sicherlich bezeugen, dass John Bramwell und Co. an manchen Abenden die Bühne gar nicht mehr verlassen zu wollen scheinen und ihre Konzerte nur zu gerne zu wahren Marathonspaziergängen ausbreiten. Da erscheint es nur logisch, dass der erste Live-Mitschnitt der Briten es nicht unter 20 Songs am physischen Tonträger, sowie 6 weiteren, ausschließlich digital verfügbaren Nummern ins Ziel schafft.
Vile Creature aus St. Catharines, Ontario haben kein Problem damit, sich ihre Agenda fett auf die Fahnen zu schreiben: mit seinem "anti-oppressive, vegan and queer doom metal" fällt 'A Steady Descent Into the Soil' inhaltlich aus dem gängigen Szene-Raster, liefert dahinter aber vor allem vorzügliche Genreware.
Die Konzeptgeschichte hinter 'Glitterbug' kann man getrost ignorieren: In erster Linie funktionieren The Wombats mit dem auf 'The Modern Glitch' installierten, synthielastigen Indierock abermals auf risikofreie Art als aufdringlich-eingängiges Singles-Fließband.
Calexico nehmen auch im achten Anlauf kein schlechtes Album auf. Dafür zeigt sich auf dem in viele Richtungen offenen Kollaborationswerk 'Edge of the Sun' vor allem die illustre Gästeschar verantwortlich.










