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"Viel Spaß mit The Notwist. Die werden übrigens jeden Abend besser!" versprechen Aloa Input nach ihrem Set. Ist dem tatsächlich so, will man sich lieber gar nicht erst ausmalen, auf welchem Level die Weilheimer Institution um die Acher-Brüder da am Ende ihrer aktuellen Tour angekommen sein muss - denn schon in Graz ist deren Performance ein einziges, berauschendes Feuerwerk.
Wunderbarer Oldschool-Doom, der den Leitsatz von Pallbearer folgt: manchmal ist es einfach am besten, sich auf die Basics zu konzentrieren und an den Wurzeln seiner Vorbilder zu operieren. Das Riffmonster 'Out of the Garden' ist das erste Genrehighlight des Jahres.
Prätentiös über das Ziel hinausschießende Hirnwichserei? Die Krönung des unsympathischen Hipster-Black Metal? Triumphale, perspektivenaufbrechende Konventionszertrümmerung? Oder gar der endgültige Todesstoß für true Genrepuristen und den szeneallgegenwärtigen Post-Modetrend? Wahrscheinlich von allem eine gehörige Menge. Fakt ist: Liturgy ziehen die Gräben zwischen den Fronten ihrer Anhänger und Verächter noch tiefer.
Bereits der faszinierend aus allen Rastern purzelnde Vorgänger 'awE naturalE' ließ sich mit seiner originären Herangehensweise an Rap, Jazz, Soul und Pop keinen Strick daraus drehen, dass Stasia "Stas" Irons und Catherine "Cat" Harris-White auf Albumlänge an keinem stringent geführten roten Faden interessiert sind. Auch 'EarthEE' gereicht diese lose Freigeistigkeit nicht zum Nachteil.
5 Jahre nach dem Ende von Isis steigt deren ehemaliger Vorstand Aaron Turner samt namhafter Begleitung in stockdunkle Katakomben zu den Überresten seiner alten Band hinab, um mit Sumac die dortige Lage auszukundschaften.
Carl Barât hat sich mit Gitarrist Billy Tessio, Bassist Adam Claxton und Drummer Jay Bone im World Wide Web eine neue Backingband gecasted, um vor einer sauberen Hochglanzproduktion (und bald auch der großen Leinwand) den wilden Nietenlederjacken-Rocker zu geben. Keine schlechte Idee.
Für den von Drive losgetretenen Hype mag John Carpenter mit seinem ersten Soloalbum ein wenig zu spät dran sein - der Konkurrenz marschiert er mit zeitloser Klasse dennoch ein Stück weit voraus: Der Horror-Meister zelebriert 49 Minuten 80er-Jahre-Synthiescore mit feinem Oldschool-Feeling.
"Comparing me with Frank Sinatra? You must be joking. To be mentioned in the same breath as him must be some sort of high compliment. As far as touching him goes, nobody touches him. Not me or anyone else." schwärmt Dylan über Ol’ Blue Eyes. 'Shadows in the Night' ist folgerichtig eine regelrecht demütige Verneigung vor der Frühphase Sinatras geworden.
Dass The Notwist grandiose Songwriter sind führten sie ja unlängst erst mit 'Close to The Glass' wieder auf eindrucksvolle Weise vor. Dass sie allerdings auch formvollendete Atmosphäre-Architekten sind, das übersieht manch einer unter der Eisbergspitze ihrer Veröffentlichungen allerdings nur zu leicht. Ein Glück also, dass der Klangkörper 'The Messier Objects' nun auch für die Allgemeinheit erhältlich ist.
Yannick Ilunga, ein 24 jähriger Kapstädter, ist (noch?) kein Innovator des Pop, versteht es aber die Zeichen der Zeit zu deuten und seine eklektischen Songs bei den richtigen Vorbildern abzuschöpfen.

![The Notwist / Aloa Input [25.03.2015: Generalmusikdirektion, Graz] The Notwist / Aloa Input [25.03.2015: Generalmusikdirektion, Graz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2015/03/The-Notwist-Live-1-e1427456458906.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)








