Slipknot – Arsenal
„Let’s Go, Let’s Go, Let’s Go!“ oder All Hope is endgültig Gone? Drei Jahre nach Bone Church melden sich Slipknot jedenfalls mit Arsenal als Independent Band zurück.
Zumindest Corey Taylor ist euphorisch: „It’s a pummeling. I mean, it is an absolute pummeling experience… It’s got these great moments of hyperactivity and then the full flex. It’s like we’ve grabbed everybody by the hair and we’re just going, ‚Go, go, go!‘
We’re definitely exploring the realm that we’ve kind of been in for a long time and bringing in elements that we have never done before… People, when they hear it, they’re gonna be like, ‚There’s no way that that’s Slipknot. There is no actual way that that is Slipknot.‘ I’m here to tell you 100%, you’re damn right it is.“
Hat man die drei Minuten von Arsenal hinter sich gebracht, bleibt hingegen eher die Frage, wovon zum Teufel der Mann da im kompletten PR-Wahn schwafelt.
Der erste Song in neuer Besetzung – also ohne Sampler Craig Jones und Turntable-Mann Sid Wilson (obwohl so viel in Arsenal so viel gescratcht wird, wie seit dem Debüt nicht mehr) und mit Eloy Casagrande statt Jay Weinberg (der sein Können zeigen darf, aber durch den seltsam leisen Mix auch verschwendet wirkt) kommt nämlich eher einem Slipknot-Baukasten an der Grenze zur klischeehaften Selbstpersiflage gleich.
Im wirbelnden Einstieg gestikuliert Taylor affektiert wie ein Zirkusdirektor mit klischeehaften Texten vor einer Komposition, die Déjà-Vus an die bisherige Diskographie um ein generisches Riff mit forcierter Aufbruchstimmung und schwurbelnden Americana-Texturen im Gitarrenspiel aufkocht.
Für den Refrain skandiert Taylor immer wieder „Let’s go, let’s go, let’s go, let’s/ Let’s go, let’s go, let’s go/ Let’s go, let’s go, let’s go, let’s/ Let’s go, let’s go, let’s go“ wobei man hier keinen Unterschied zwischen einer effektiven Instant-Hook und einem nervtötenden Vorschlaghammer machen muss (weil auch der Post-Chorus mit Variabilität geizt: „Shut, shut the fuck up/ Shut the fuck up/ Shut, shut/ Shut the fuck up“) bevor er das willkürlich solierende und treibend polternde Arsenal in bester Nu Metal-Manier abbremst („I don’t give a shit, I gotta go/ I said I gotta go, goddamn it, no, shut the fuck up, stop/ Stop the fuckin‘ music, goddamn it, shut the fuck up!“).
Spätestens wenn der darauf erfolgende Neustart heavier schiebt, sich die Band instinktiver gehend lässt und ein Momentum entsteht, kommt man aber auch nicht darum herum, dass Arsenal in seiner geradezu grotesken Autopilot-Plakativität durchaus Spaß macht… zumindest aber nicht die absolut in die Gülle greifende Vollkatastrophe ist, zu der die Nummer allerorts (oder eben abseits von Hypeman Taylor) gemacht wird.


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