SOM – The Shape of Everything

von am 6. Februar 2022 in Album

SOM – The Shape of Everything

Die (mit ehemaligen und aktuellen Mitgliedern von Constants, Junius oder Caspian als solche durchgehende) Quasi-Supergroup SOM schwelgt auf ihrem Zweitwerk The Shape of Everything wieder in sphärischen Träumen  der Heaviness.

Dass das Quintett erfahren genug ist um seine eigenen Grenzen zu kennen, zeigt sich alleine dadurch, dass The Shape of Everything mit gerade einmal 34 Minuten Spielzeit explizit kompakt ausgerichtet bleibt – und damit einer ästhetischen Gleichförmigkeit entgegenarbeitet, die sich aus dem elegisch verwaschenen Kontrast ergibt, den der Stilmix der Band pflegt: Als würden die Deftones sich zwischen Post-Metal und Rock transzendieren, ungefähr dort, wo Hum oder Spotlights der Romantik des Dreampop und 90er-Alternative Metal mit einem Herz für Shoegaze widerstehen würden, zwischen seiner instrumentalen Dichte und Härte mit einem säuselnd flüsternden Hauch von einem sanften Gesang a la Slowdive streichelnd.
Gerade dieser trägt zum atmosphärisch einnehmenden Sog von SOM bei – allerdings eben auch dazu, dass The Shape of Everything vor dem inneren Auge stets ein wenig zu monoton und indifferent zu verschwimmen droht.
Am besten ist das Amalgam insofern, wenn die fünf Musiker zur Mitte hin die Intensität und Kraft der Instrumente zurückschrauben, das Songwriting mehr Reibungsfläche in der Weite bekommt, und die (phasenweise als Instrumentalwerk vielleicht noch stärker funktioniert habende) Platte justament dort zu strahlen beginnt: Wenn Shape den Kontrast zwischen Elegie und Massivität mit melodischer Kante verschärft, Clocks die Schönheit auf ein Podest hebt und das luftige Wrong einen heroische Aufbruchstimmung in bittersüße Anachronismen wagt.

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