Terror – Still Suffer
Dass Terror auch mit Still Suffer, ihrem mittlerweile neunten Album am Stück, ansatzlos überzeugen würden, war ja eigentlich eh von vornherein klar: Eine zuverlässigere Bank im Hardcore Punk als die Band von Scott Vogel gibt es schließlich eigentlich kaum. Doch wie lange noch?
Zumindest stellt sich diese reißerische Einstiegsfrage aufgrund des Hidden Track/Outros von Deconstruct It. Nachdem die Band (neben Frontmann Vogel Schlagzeuger Nick Jett, die Gitarristen Martin Stewart und Jordan Posner sowie Bassist Chris Linkovic) mit ihren Gästen Dan Seely (King Nine) und AEW Wrestler (alias God’s Hate-Shouter) Brody King ihr reguläres Programm abgespult haben, ist da vor dem Hintergrund eines entspannten Hip Hop-Beats nämlich eine knapp fünfminütige Ansammlung aus Voice Mails von Freunden, Wegbegleitern und Kollegen (beispielsweise Andrew Vacante von Combust, Austin Sparkman von Haywire oder Aaro
Während es eine andere Geschichte ist, dass die Platte entlang ihrer 27 Minuten Spielzeit im Ganzen (bzw. dem kurzweiligen Endlosschleifen-Repeat) wegen dieses Appendix letztlich auch weniger stringent und atemlos durchzuhören ist, ist die Angst einem möglichen Abschied der kalifornischen Szene-Macht ohne klare Indizien wohl haltlos.
Zumal sich 22 Jahre nach dem Debüt weiterhin keine Abnutzungserscheinungen in der inovationsresistenten Formel der Band bemerkbar machen. Auch ohne unbedingt herausragende Sternstunde (und merklich im Schatten des superben Pain Into Power stehend) ist eigentlich das Gegenteil der Fall: Auch durch den nahezu idealen (Vogel frontal vor wüste Drums und aggressive riffende Gitarren stellenden) Sound von Produzent Todd Jones und Mischer Taylor Young klingen die patentierten Trademarks der Band im besten Sinne überraschungsfrei und hungrig, routiniert und zwingend, simpel und effektiv. Direktes Pit-Futter sowieso. Und Brecher wie Destruction Of My Soul sind dabei dankbare Erweiterungen der Terror-Setlist.
Das Titelstück fällt anhand seines mitgröhlbaren Refrains als veritabler Hit ins Haus und Promised Only Lies kloppt die Gang-Vocals voran, derweil das galoppierende Death Of Hope alle richtigen Schalter umlegt, ohne begeistern zu müssen. A Deeper Struggle schunkelt in seiner Klammer träger und hat dazwischen wie einige Strecken von Still Suffer den Autopilot angeschalten – aber das ist, nochmal, im Fall von Könnern wie Terror kein unbedingter Vorwurf.
Weil Vogel & Co. natürlich auch diesmal smart genug sind, mit den richtigen Features Impulse zu setzen. In Fear The Panic bellt Hot Water Music-Reibeisen Chuck Ragan zu einem catchy Power Chord-Ringelspiel und Beauty In The Losses bekommt von Jay Peta (Mindforce, Crush Your Soul, Pillars of Ivory) erst ein spanischsprachiges Trip Hop-Sample als Einleitung spendiert und funktioniert dann als Wechselspiel in seiner heavy Dynamik absolut energisch: „In troubled times/ They’re going to test your heart/ Reality check/ Hold fast, don’t fall apart“. Was einen nicht umbringt, macht einen nur härter. Auf Terror bleibt Verlass. Ohne Ablaufdatum.


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