The Kills – The Last Goodbye

von am 1. März 2012 in EP

The Kills – The Last Goodbye

Zur drittem Auskoppelung ihres bisher stärksten Albums packen The Kills drei unveröffentlichte Songs und schüren ein überzeugendes Nachzüglerpacket.

Man kann darüber diskutieren, doch ist ‚The Last Goodbye‚ eventuell der mitunter schönste Song, den das amerikanisch/englische Duo bisher hervorgebracht hat. Da passt es nur zu gut, dass die romantisch verträumte, anachronistisch angehauchte Pianoschunkelnummer zu Singleehren kommt, idealerweise noch dazu mit den passenden Sparringpartnern ausgestattet. Die sehnsüchtige Akustikgitarrenfingerübung  ‚One Silver Dollar‚ und der entspannte Oldschoolblues ‚Crazy‚ marschieren in ähnlicher Manier dahin, zementieren das Bild von The Kills als das reduzierte Idealbild eines Rockduos – mit Gitarre und selten benutztem Drumcomputer als Grundausstattung, Allison Mosshart  schmachtet sich biestig durch die verschwitzten Popsongs im Rampenlicht. Weitestgehend ruhig gehalten ist das auf dieser EP, stimmungsvoll und verrucht und nicht zuletzt gefühlvoll wie nur was. Das will nicht wirklich hymnisch sein, ist es aber in seiner Leichtigkeit beinahe und praktisch keinen Deut schlechter als das durchwegs superbe ‚Blood Pressures‚-Material aus dem letzten Jahr.

Das Tüpfelchen auf dem i: The Kills holen endlich die 2010 aufgenommene Version von ‚Pale Blue Eyes‚ aus der Versenkung. Auch das passt natürlich, weil sich das erstens perfekt mit dem restlichen Material ergänzt und die unsterbliche Nummer aus dem Jahr 1969 zweitens die diskutierbar mitunter eventuell schönste aus dem The Velvet Underground Fundus ist. The Kills leuchten dabei den Bluesgehalt des melancholischen Rührstücks aus, schmeißen die Effektgeräte von ‚Future Starts Slow‚ an und rocken das große Original würdig mit schmutzigen Gitarren und brutzelndem Bass. Das betätigt nicht nur die Vermutung, dass The Kills die große Kunst des Coverns vortrefflich beherrschen sondern erhärtet den bereits  geäußerten Verdacht des idealen Rockduos. 14 Minuten, die zu schnell vorbei sind und den Durst nach Mehr nicht stillen können. Dank der bestätigten Form, in der sich Mosshart und Hince momentan befinden, muss man jedenfalls momentan weder den White Stripes nachtrauern, noch ein neues The Dead Weather Album unbedingt herbeisehnen. Und schon gar nicht Zeit mit ähnlich ausgelegten Gruppierungen verschwenden.

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