Unto Others – Strength

von am 19. Oktober 2021 in Album

Unto Others – Strength

Die bittersüße Melange aus melodramatisch kickendem Goth Rock und dunkel-romantischem Heavy Metal funktioniert nach dem Ende von Idle Hands auf Strength auch unter dem Unto Others-Banner.

In den zwei Jahren seit dem 2019er-Highlight Mana hat sich bei Gabriel Franco und seinen Männern nach einem Rechtsstreit zwar der Bandname geändert, stilistisch bleiben die Dinge zwischen Referenzen wie Misfits und The Cure, Killing Joke und The Cure, AFI und The Smiths aber weitestgehend unverändert und Strength fühlt sich wie die direkte Fortsetzung seines Quasi-Vorgängers an, wenngleich mit leichten Modifikationen.
Der kraftvollere, sauberere und auch auf massentauglich Standards angepasste Sound von Arthur Rizk steht der Band mit überschaubarer dynamischer Reichweite etwa ganz fabelhaft, auch wenn die Vocals von Franco nunmehr ein bisschen zu gepresst und effektverliebt erscheinen, als wären Pitch-Korrekturen und Reverbbeladung im Spiel. Aufhängen kann man sich daran aber kaum, zu homogen fügen sich diese Entscheidungen zu einem atmosphärisch stimmigen Bild zusammen.

Auch hat man den Eindruck, dass Unto Others im Vergleich zu Mana diesmal das große Ganze besser im Blick haben, also weniger auf herausragende Einzelsongs setzen und im Umkehrschluss dafür auch keine wirklichen Schwächeanfälle erleiden. Trotzdem kann Strength das Niveau einer bockstarken Eingangsphase und ersten Hälfte nicht immer halten – dazu gelingen das gedrosselte Downtown, ein wunderbar melancholisches No Children Laughing Now, When Will Gods Work Be Done und der sehnsüchtige Adlerflug Destiny nach dem furiosen Opener Heroin (der mit eilender Double Bass und straighter Kraft einer Ansage gleichkommt, durch seine angriffslustige Frust-Aggressivität aber nur bedingt exemplarisch für den weiteren Verlauf steht) einfach viel zu gut.

Bis hinten raus mit dem wirklich tollen Summer Lightning, dem etwas zwanglos die Vorfreude auf Live-Animationen anheizenden Instinct sowie dem ein ideales Finale bescherenden Titelsong noch einmal aufgetrumpft wird, rücken all die schmissigen Melodien und griffigen Hooks im Dienste des Spannungsbogens ein wenig zurück. Das kontemplative Little Bird lässt das Momentum der Platte beispiel melancholisch schweifen und das Pat Benatar-Cover Hell Is for Children macht unaufgeregt arrangiert erst zum Ende hin so richtig viel Spaß, während sich eigentlich sowieso nur der immer noch solide Standard Just a Matter of Time redundanter anfühlt.
Womit Strength in Summe mit dramatischer Selbstverständlichkeit die Klasse zeigt, um den Hype von Mana zu untermauern, indem es wie ein Konsenswerk Auftritt, ohne dafür billige Kompromisse in Kauf zu nehmen.

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