Wounded Touch – They Promised Eden (Vol. 1)
Nach ihrem zweiten Album A Vivid Depiction of Collapse vor knapp einem Jahr haben die Michigan-Metalcoreler von Wounded Touch keine Zeit zu verlieren und steigen mit They Promised Eden (Vol. 1) in einen mehrteiligen Work-in-Progress-Zyklus ein.
„It doesn’t seem possible to not be affected by the general state of the world at this time. For us, it started to manifest as unplanned writing at practices that began to build more and more until we decided to start demoing the songs. The songs though started to have a prescient nature in sound and lyrical content and we couldn’t imagine waiting a full year to put an entire LP and once we had put together an EP’s worth of material, we decided to instead release the front half of it written with our newer lineup. “They Promised Eden” is not only a short ripper about survival, but about how accountability isn’t enough. Most of us want blood. And hopefully we’ll all get it soon enough“ so der Beipackzettel.
Auch wenn Reise von They Promised Eden noch nicht abgeschlossen ist, ist ziemlich klar, wo sie hingeht – die mit Traditionsbewusstsein modern umgesetzten Ziele der Genre-Band haben sich auch mit expliziter politisch aufgeladenen Wut seit Americanxiety nicht geändert.
Was auch bedeutet, dass das achtminütige Kurzformat ganz für sich genommen zwar (alleine schon über das stimmungsvolle instrumentale Bindemittel Cachexia) einen tollen, in sich geschlossenen Spannungsbogen haben mag, es Wounded Touch aber auch diesmal nicht ganz schaffen, ihren rundum starken Songs das wirklich überragende Element abzuringen.
Was nicht weiter tragisch ist, das Quintett gehört weiterhin zu den überzeugendsten Vertretern ihrer Zunft.
Removing The Arrows drückt gewohnt fett und massiv auf ein muskulöses Riff und die fauchenden Vocals brüllend vor dem stoisch tackernden Double Bass-Abriss hinten raus, derweil die Nummer keinen Hehl daraus macht, wie prägend die Deftones alleine für das Atmosphäre-Verständnis der Band waren und sind.
A Weapon In God’s Country fächert das Spektrum noch deutlich weiter auf, knüppelt grindig los und atmet viel Math- und Death-Flair der frühen 00er-Jahre vor seinem -Core. Misery Signals, Ion Dissonance und Co. lassen zumindest vage grüßen, während Wounded Touch das Spiel mit Tempo, Dynamik und einer bis zur schleppenden Zähigkeit mit Gang-Mentalität und Jack Murray von 156/Silence meistern: Jop, da nutzt jemand das Momentu!


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