Yungblud & The Smashing Pumpkins – Zombie

von am 3. Januar 2026 in Single

Yungblud & The Smashing Pumpkins – Zombie

Das wird langsam wohl zum Fetisch: Yungbludhängt sich nach der Koop-EP mit Aerosmith durch eine Neuaufnahme seines eigenen Hits Zombie mit den Smashing Pumpkins an den nächsten US-Legacy Act.

Tatsächlich will der Brite mit diesem Schlachtplan natürlich den Markt jenseits des Atlantiks unbedingt knacken. Im Fahrwasser seiner Version von I Was Made For Lovin‘ You, sowie eben One More Time und natürlich Changes sollen ihm dafür nun die Fan-Kreise von Billy Corgan (den im Gegenzug dafür die Aufmerksamkeit jüngerer Hörerschichten respektive potentieller Madame Zuzu-Kunden keineswegs grämen dürfte) zusätzlichen Auftrieb geben.
Doch nicht nur in marktwirtschaftlicher Hinsicht macht die Zusammenarbeit der beiden sich gegenseitig Honig ums Maul schmierenden Parteien Sinn. Auch in qualitativer Hinsichtist erfährt Zombie im Update mit den Pumpkins durchaus eine veritable Aufwertung.

Die 0815-Pop-Produktion mit Acoustic-Alibi und Snow Patrol-Streicher-Kitsch hinter sich lassend, wird Zombie nun näher am gefälligen Alternative Rock inszeniert. Mit der Patina eines klassischen Pumpkins-Sounds klingt der Einstieg damit deutlich weniger wie eine dreiste Yellow-Kopie, sondern etwas satter, dichter und postgrungiger aus den 00ern gezogen. Der Einsatz von bis zu vier Gitarren hat in diesem Ambiente zwar bestenfalls sehr subtile subtile Spuren hinterlassen. Jimmy Chamberlin darf im Intro allerdings zumindest andeuten, dass es auch die banalste Nummer schlagzeugtechnisch interessanter machen kann.
Corgans charakteristische Stimme ist abseits davon in der zweiten Strophe zwar (wie in den vergangenen Jahren gewohnt) penetrant laut und vordergründig in Szene gesetzt. Nichtsdestotrotz hat seine Stimmfarbe gerade in den Momenten einer weichen Zurücknahme einfach das nötige Charisma, um Yungbluds Vocals interessanter zu kontrastieren. Denn Dominic Richard Harrison mag per se schon eine tolle Stimme haben, er bleibt jedoch ein langweilig in Schema-F-Schablonen austauschbar arbeitender Sänger ohne Ecken und Kanten, der immer noch dazu neigt, Leidenschaft mit weinerlicher Überkandideltheit anzukrähen.

Der wie am Mainstream-Reißbrett entstandene Ohrwurm-Refrain kommt so nun bei aller beibehaltenen Austauschbarkeit merklich besser, runder und einfach schöner zur Geltung, und macht seine Auftrittsfläche für all jene, die ein relativ flaches Verständnis von epischer Hymnik haben, zumindest etwas eindringlicher.
Ergänzt wird das effektive Retortenprodukt dann noch passgenau durch die Cringe-Show eines professionell in Szene gesetzten Musikvideos. Doch auch im Verbund damit überzeugt Zombie in der Version von Yungblud und den Smashing Pumpkins mit einer solch generischen Egalität, dass man sich über dieses glatt kalkulierte Stück Musik nicht aufregen müsste.

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