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A Mote of Dust - A Mote of Dust

A Mote of Dust – A Mote of Dust

von am 12. Oktober 2015 in Album

A Mote of Dust – A Mote of Dust

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Während es nach wie vor ein bisschen unglaublich ist, dass sein alter Kumpel Ian Cook mit Chvrches dem Indiepop-Formatradio Synthie-Ohrwürmer am Fließband serviert, bleibt Craig Beaton fernab jeglicher Scheinwerfer der intimen Geste nicht nur treu, sondern perfektioniert sie im Detail.

The Unwinding Hours mögen sich technisch gesehen nicht getrennt haben, für Craig B ist der Gedanke wieder unter dem Banner mit der stillen Aereogamme-Konkursmasse Musik zu veröffentlichen aber offenbar zumindest für den Augenblick gedanklich in weite Ferne gerückt: „I’d like to keep the option open to do another album in the future but A Mote Of Dust is a far more suitable outlet right now„.
So why do you need to hold on?“ fragt er deswegen im getragenen ‚Cracks in the Mirror‚, während sich das Piano betrübt um das behaagliche Geklampfe legt. Noch sparsamer, noch verletzlicher und noch ruhiger als bisher lässt Craig B scheinbar ohne jeglichen Kraftaufwand die zärtlichen Melodien in melancholisch-optimistische Kompositionen münden, staffiert die Songs von A Mote of Dust minimalistisch nur mit dem Notwendigsten aus: Gesang, Gitarre, Bass, Piano und Graeme Smillie’s Keyboard zeichnen elegische Innenansichten, die sich wie Balsam auf die Seele legen, Trost spenden und Kummer lindern, mag der beschrittene Weg auch noch so dunkel erscheinen: „What just happened here?/ We were born in sunlight/ Now we’re faced to walk this earth alone„.

Vielleicht ist der abermaligen Neustart ‚A Mote of Dust‚ vielleicht genau deswegen ein bisschen jenes Album geworden, dass man sich von The Unwinding Hours vor drei Jahren anstelle des phasenweise etwas erzwungen klingenden ‚Afterlives‚ gewünscht hätte. Weil sich klassische Craig B-Momente wie ‚Eve‚ oder das luftig perlende Kummermittel ‚Yield‚  sofort vertraut anfühlen, sich zudem noch weiter in eine stille Nische zurückziehen, bis sie sich gar in die herzerwärmenden Gefilde von Bon Iver kuscheln – dass Craig B selbst als Referenz einen der schönsten Songs von The Blue Nile heranzieht, ist also nicht nur stimmt, sondern passt rundum.
Dazu sitzen die Akzente auf ‚A Mote of Dust‘ eben auch passgenauer inmitten der unter die Haut gehenden Eindringlichkeit und fürsorglichen Ästhetik, kurbeln die Dynamik mit fein nuancierten Ideen an und umgehen bis zum marginal abfallenden, weil tatsächlich unspektakuläreren Schluss jedwede Gleichförmigkeit in der Simplizität. Der Opener und Titelsong plätschert so als Instrumental wie das akustische Äquivalent zu unschuldigem Morgentau, ‚Pull Me Back In‚ kippt dagegen alsbald in die Bedrohlichkeit und röhrt unheilschwanger gen Drone und Score-Industrial, ‚The Circus‚ windet sich immer wieder würdevoll aus der angestauten Spannung. Im abschließenden ‚Home‚ klingt Craig B dann so nahe, als würde er mit seiner fragilen Stimme direkt neben einem Wunden heilen.

Work of Our Hands‚ hat einen erhabenen Klangraum im Rücken und zelebriert samt Handclaps mehrstimmig eine hymnische Aufbruchmentalität: „I am still destined for hell/ But not that I care/ ‘cause right here and now/I tell you/ We could move mountains„.
Es ist genau diese große Wirkung anhand kleiner Gesten, die ‚A Mote of Dust‚ zu einem Album macht, für das man sich sicherlich in der passenden Laune befinden muss, das sich dann aber stets wie eine liebgewonnene Heimkehr mit enormer Tiefenwirkung anfühlt, nicht nur für Craig Beaton. „There’s always excuses/ And someone to blame/But god damn this silence/ A curse on my home/ If I remain frozen/ On my own“ heißt es einmal, „I tried to find/ a perfect place to hide/ Now I see that that’s no life/ I need you now if I am to be found/ I can’t sleep/ I won’t sink/ I want out/ I outlived my final years/ But it’s weighing down on me/ I forget what I once was/ What was I meant to be?/Let’s start again and make our home“ wenig später. Näher bei sich selbst war der Schotte mutmaßlich noch nie, seine so flüchtig schwelgenden Songs folgerichtig aber vielleicht auch noch nie auf derart bescheidene Art und Weise ergreifender.

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