See No Evil – Unleveled
See No Evil setzen auf Unleveled – noch deutlicher, als auf ihrer Debüt EP Damnatio Memoriae im Vorjahr bereits – auf die Macht der Kooperation.
Dass Aaron (guitar), Andy (drums), Justin (bass) und Ben (vocals) [alias: Guitar – Come, Drums – Back, Bass – With und Vocals – A Warrant] aus Milwaukee nur im Opener ihres zweiten Kurzformates auf externe Impulse verzichten, ist allerdings weniger elementar, als die Art und Weise wie sie diesen Umstand in Form bringen. Mit gerade einmal 4 Songs in 7 Minuten hat Unleveled nämlich nur die halbe Länge von Damnatio Memoriae, dabei aber gefühlt die doppelte Durchschlagskraft.
See No Evil finden nämlich trotz – oder eher: gerade wegen – der komprimierten Kompaktheit präziser auf den Punkt, halten sie Intensität ständig hoch und lassen sich diesmal auch nicht von elektronisch motivierten Gästen im Fokus ablenken (selbst wenn dies im Umkehrschluss bedeutet, dass Unleveled weniger stilistische Breite bekommt als sein Vorgänger).
Der See No Evil mit herrlich paradoxem Titel destillierende Einstieg nimmt insofern die Gangart der Platte beinahe flächendeckend vorweg. Seeing Only Evil setzt auf den sehr solider Wechsel aus Heaviness und schnellem Galopp, treibt den Hardcore Punk mit thrashiger Attitüde und einer stiernackig fetten Produktion des moderner Metalcore an, immer wieder auf wuchtige Beatdown-Bass-Drops setzend.
Fool’s Spring verlässt sich auf die selbe Formel, addiert durch At the Bottom of the Great Lakes und Kali-Ma aber mehr Brutalität, während It’s Your Hate That Keeps Me Warm den Groove und eine vergleichsweise rohe Punk-Mentalität forciert, wodurch die einsetzende Slo-Mo-Abriss umso martialischer betoniert – World I Hate sind aktuell eben pures Szene-Kerosin. Kaum weniger zwingend, aber breitbeiniger, weil rifffokusierter, gibt sich dann die mit dem Outro von Breeze abschließende Rejoice-Kollaboration Fear That Doesn’t Age.
Originell oder revolutionär ist das freilich auch diesmal nicht. Aber wieviel Spaß man am Genre haben kann, das vorzuführen, haben See No Evil mittlerweile sehr effektiv drauf.


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