A Perfect Circle – Starless

von am 1. Juni 2026 in Single

A Perfect Circle – Starless

Als Appetizer für die anstehende Tour biegen A Perfect Circle überraschend mit einer neuen Single um die Ecke: Starless ist ein keine Risiken eingehender Fan-Pleaser, der auch ohne Magie routiniert überzeugt.

How did I get here?/ How do I get back?/ Where am I going?/…/ How do I find my way?“ wandelt Maynard James Keenan (einmal mehr in der seinen Stärken leidlich entgegenkommenden Rolle als politisch motivierter Texter) durch eine Welt, die ihn ratlos macht.
Von einer entsprechenden Orientierungslosigkeit kann bei (den seit 2024 ja wieder Josh Freese an den Drums beschäftigenden) A Perfect Circle keine Rede sein: Das erst Anfang des Jahres geschriebene, flott entstandene Starless („Manche Songs werden jahrelang hin und her gewälzt und überarbeitet. Aber hin und von Zeit zu Zeit nimmt einer schnell Gestalt an, als wäre er schon immer da gewesen.” so Billy Howerdel) orientiert sich – anders als Kindred von der Sessanta E.P.P.P., das sich noch klar im Fahrwasser des polarisierenden 2018er Drittwerks bewegte – wieder klarer am klassischen Sound der Band.

Das Songwriting ist zwar genau genommen gar nicht so weit von Eat The Elephant entfernt – nur wurde es eben nicht von Keenan an den Tasten auseinander genommen, sondern gitarrendominiert belassen. So bäumt das Riffing den progressiv-metallischen Alternative Rock mit subtil funkelnden Synth-Patina näher bei Mer De Noms auf, wobei die Atmosphäre gerade in der ruhigen, behutsam vorgetragenen Bridge am einnehmendstenn an die Thirteenth Step-Wurzeln der Band andockt.
Auf den Erstkontakt hat Starless damit zugegeben mit dem Eindruck zu kämpfen, nur ein leidlich inspirierter Standard zu sein. Solide, aber nicht herausragend. Schlicht und einfach gut. Jedoch nicht mehr. Was auch langfristig bis zu einem gewissen Grad – und gerade an den beiden ersten Studioalben von A Perfect Circle gemessen – stimmen mag. Doch erweist sich die Single nach und nach als auf Nummer Sicher gehender Grower, der griffig und catchy auf das überwältigende Momentum zugunsten eines impliziten Versprechens verzichtet: Als Herold für ein etwaiges viertes Studioalbum der Allstar-Gruppe könnte das so zuverlässige Starless mit der bandeigenen Klasse im gewinnenden Kontext sogar noch ergiebiger zünden.

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