Future Islands – From a Hole in the Floor to a Fountain of Youth
Future Islands sind sicher keine jener Bands, die ihre besten Songs auf B-Seiten oder sonstigen Nebenschauplätzen verstecken. Dennoch erfreut es das Fan-Herz, dass sie alles Material, das sich abseits der regulären Studioalben angestaut hat, auf der Compilation From a Hole in the Floor to a Fountain of Youth zusammengetragen haben.
„The hole in the floor is the everyday, but the fountain is the magic that happens when the life you dreamed about actually becomes the one you’re living. It’s the dream and the reality existing in the same room. This is for everyone who has carried these songs with them, from the first house parties to the rooms we’re playing today.” sagt Bassist William Cashion, der im Verlauf der versammelten 76 Minuten als triumphale Geheimwaffe von Future Islands im Schatten von Frontmann Sam Herring so viele tolle Läufe am Tieftöner liefert, dass ein halbes Dutzend New Wave- und Postpunk-Bands ganze Karrieren darauf begründen könnten.
Und natürlich kann man es auch nüchtern betrachten: Die Chronologie der urpsünglichen Veröffentlichungsplattformen des Materials von From a Hole in the Floor to a Fountain of Youth höchstens rudimentär beachtend (daher man im Verlauf sogar die angestammte Reihenfolge einzelner EP-Beiträge durcheinanderwirbelt), demonstrieren Future Islands mit dieser Songsammlung natürlich auch den limitierten Spielraum, den ihre Baukasten zulässt. Selbst auf Nebenbaustellen geht das aktuell in Baltimore ansässige Quartett keine Risiken abseits der Komfortzone ein. Nicht nur Days ist gefühlt eine Variation eines schon unzählige Male von der Band gehörten Songs, derweil beispielsweise One Day oder The Chase einen produktionstechnischen Tritt in den Hintern bräuchten, um zwingender auf den Punkt zu finden – was so auch für die an sich erhebende Euphorie des flotten Joggers Find Love oder das wie auf einem billigen Keyboard eingespielte Happiness of Being Twice gilt, die beide absolute Hits hätten werden können.
Und wo From a Hole in the Floor to a Fountain of Youth natürlich auch nicht den schlüssigen Spannungsbogen oder die atmosphärische Konsistenz eines regulären Albums hat, geben sich rund um die beiden Fan-Favoriten Cotton Flower (das eine melancholische Hoffnung auf der Tanzfläche findet) und The Fountain (eine herzerweichende betörende und sanfte Kontemplation) dennoch viele feine Standards die Klinke in die Hand.
Mal pulsieren die Synths langsam (The Ink Well), dann wieder straffer an der Post Punk-Disco (Pinnochio). Hier (Awake and Dreaming) will die Band komplett entschleunigt in einer somnambul-luziden Halluzination mäandern, dort (Virgo Distracts) im Autopilot kurbeln und im Fall von Haunted by You mit ruhiger Erhabenheit zauberhaft berühren.
Die gesetzten Akzente bleiben dabei subtil, aber greifbar. Das langsame Tomorrow gönnt sich etwa soulige Backing-Ladies langsam und einen kurzen garstigen Ausbruch von Herring und In the Fall schiebt düster strahlend eine synthetische Behäbigkeit, die wegen Katrina Ford wehmütig an Celebration zurückdenken lässt. Calliope liebäugelt im Hintergrund mit einer Yeah Yeah Yeahs-Club-Dramatik, wohingegen Six Weeks eine locker-entspannte Urlaubsstimmung a la Yeasayer hofiert.
Das auf ein Pseudo-Piano gebaute Sail erzählt tief und entschleunigt pluckernd von bekümmertem Optimismus und in As Long as You Are heult eine Gitarren zumindest eingangs alibihaft. Da macht es auch nichts, dass From a Hole in the Floor to a Fountain of Youth mit dem relativ langweiligen Glimpse unverdient egal entlässt.


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