Angela Aux im Interview

von am 19. Mai 2016 in Featured, Interview

Angela Aux im Interview

Angela Aux ist das musikalische Alter Ego von Florian Kreier, u.a. Teil von Aloa Input. Vor einer Woche erschien Wrap Your Troubles In Dreams, ihr/sein neues Album. Angela/Florian gab Heavy Pop ein kleines Interview zu einem schönen, kostbaren Werk, das sich gut in die Stille nach einer durchfeierten Nacht einfügt.

Heavy Pop: Wieso bist du ein Alien?
Angela Aux: Auf die ein oder andere Art ist jeder ein Alien. Der Song entstand als ich nicht schlafen konnte und nachts unter meinem Schreibtisch Gitarre gespielt hab, um meine Freundin nicht zu wecken. Zwischendurch habe ich versucht die Titel der Platten im Regal neben mir zu entziffern und mir dabei den Kopf am Schreibtisch gestoßen. „Ich bin so ein Alien„, dachte ich mir dann und das hat sehr gut zu den Chords gepasst, die ich auf der Gitarre hatte.

Hast du Howl von Allen Ginsberg gelesen?
Klar. Der letzte Song bezieht sich ein bisschen darauf. Die Idee dazu kam von Bukowskis „Find something you love and let it kill you„. Im Gegensatz zu Ginsbergs Aufbau mit „I saw the best men of my generation„, wo er von anderen spricht und dabei was über sich selbst aussagt, nimmt Personal Howl den Ausgang bei einem unbekannten Erzähler, der sich dann an den Zuhörer wendet. Passt vielleicht ganz gut.

Und magst du Nicos Wrap Your Troubles In Dreams?
Ja. Aber der Titel kommt von den ersten Velvet Underground-Sessions. Der erste Song dabei war nämlich Wrap Your Troubles In Dreams, Nico hat den später verwendet. Die VU-Version mag ich lieber.

Du bist als Angela Aux ein reduzierter Folkie. Was macht Angela Aux so besonders im Vergleich zu deiner anderen Band Aloa Input?
Angela Aux ist eben viel ruhiger und reduzierter. Auch thematisch unterscheiden sich beide, bei Angela Aux werden live auch Texte performt. Alles ist ein bisschen seltsamer.

Wie gesagt reduziert und pur. Jedoch kann man auch andere Instrumente als die Akustikgitarre am Album vernehmen. Wie waren die Aufnahmen generell für dich, hattest du Kollaborateure oder warst du komplett One-Man-Band?
Die Songs wurden alle (bis auf Wrap Your Troubles In Drums) mit Akustikgitarre von mir geschrieben. Für die Aufnahmen bin ich zu Nico Sierig (Joasihno, Instrument) ins Studio, er hat die Platte aufgenommen und gemischt und hat auf einigen Songs Streicher oder Drums gespielt. Cico Beck (Joasihno, Aloa Input, The Notwist) hat auf zwei Songs nicen Noise gemacht und Theresa Zarembe hat auf Big City Blues ein schönes Orchester-Arrangement geschrieben.

Wie funktioniert dein Song-Schreibprozess? Erzählst du gerne lineare Geschichten oder ist dir manchmal rein assoziativer Nonsense lieber?
Der Schreibprozess ist undurchsichtig, meistens merke ich erst was ich mache, wenn ich schon dabei bin es zu tun. Am Anfang ist immer eine bestimmte Stimmung, ein bestimmtes Gefühl, das dann möglichst schnell in Musik oder Text übersetzt werden muss. Das Gefühl mischt sich dann mit Bildern und Erinnerungen oder schon bestehenden Ideen. Die Songidee selbst wird dann so umgesetzt, dass alles zusammenpasst, assoziativer Nonsense oder lineare Geschichte. Auf der aktuellen Platte ist alles eher linear würde ich sagen.

Und abschließend: Was hörst du beim Kochen?
Momentan einen Rocksteady-Sampler: Lynn Taitt and the Jets – Sounds… Rock Steady.

Vielen Dank!

Wrap Your Troubles In Dreams von Angela Aux ist bereits via Millaphon erschienen.

Related Post:

Print article

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen