Demons My Friends – Survive/ Yourself

von am 1. Juni 2026 in Album

Demons My Friends – Survive/ Yourself

Demons My Friends zeigen nach dem etwas überhasteten Debüt-Schnellschuss Demons Seem to Gather mit Survive/ Yourself noch deutlicher auf, was in ihnen steckt. Aber frustrierenderweise auch, dass sie dieses Potential weiterhin nicht angemessen umsetzen können.

An der Achse Texas-Mexiko klassifizieren Lu Salinas (Bass, Vocals), Pablo Anton (Gitarre, Vocals) und Tarro Martinez (Drums) ihren Stoner Rock als Grunge Doom und empfehlen ihn Fans von Soundgarden, Alice In Chains, Corrosion of Conformity oder Monolord.
Damit liegen sie richtig, doch reichen die Facetten von Demons My Friends eigentlich auch noch weiter. Das schmissige Brain Holographics hat beispielsweise latente Cave In-Vibes aus der Brodsky-Perspektive und hinten raus einen giftigen Biss. In Kalorama schleusen sie ihren Sound dagegen durch einen sehnsüchtigen Alternative Rock-Weichspüler und vermitteln einen episch sein wollenden Americana-Unterton, bevor sie We All End Up Here lange Zeit so spielen, als müssten sie die Nummer gleichermaßen zwischen 3 Doors Down und bluesigem Roadhouse-Schuppen stimmungsvoll parken können – nur um dann doch die Nackenmuskulatur anzuvisieren und sogar so etwas wie chorale Gang-Vocals im Gepäck zu haben.

Noch öfter aber klingt Survive/ Yourself aber- mit Referenzen, die vage von The Sword über ASG und Bush bis zu Aiwass reichen -, als würde das Trio an den Zielen scheitern, die Thou mit Rhea Sylvia oder deren Splittergruppe Big Garden grundlegend im 90er-Worshipping erreicht haben.
Trockene, fuzzy Riffs gehen Hand in Hand mit melodischem (wiewohl zumindest von einem der beiden Sänger leider alles andere als trittsicher vorgetragenen) Gesang und eingängigen Hooks, was das kompositorisch mit generischen Baukastenmotiven in unkonventioneller Auslage selten auf den Punkt finden lassen Amalgam in gewissermaßen knackig mäandern lässt.
Star Child baut etwa auf ein gefühlt schon tausendmal gehörtes Riff, ist aber instrumental zwingend inszeniert – der einmal mehr mediokre Gesang tut allerdings neben der Spur liegend phasenweise beinahe weh, während die sludgigen Backing-Schreie einfach besser gelingen.

Neben den inkonsistenten Vocals ist überhaupt gerade das Sitzen zwischen den Stühlen und die Vielfalt an Optionen nicht nur die große Stärke der Band, sondern auch ihre Achillesferse.
Last Dance beginnt melodisch und ruhig, lässt die Gitarren oszillieren und intoniert eine balladesk gemeinte Atmosphäre, wirkt dabei jedoch unangenehm theatralisch und unbeholfen zu einem willkürlichen Beinahe-Goth-Ambiente schielend: Die Idee ist hier (zumindest bis zur hingebungsvoller in die Kurven gelegte Leistungssteigerung zur Mitte) besser als die Umsetzung, zumal die Nummer so früh im Verlauf auch dezent deplatziert die bisherige Spannung aus Platte nimmt.
Smile rumort hingegen roh wie Kyuss am Gaspedal, gröhlt bemüht über den Monster Magnet-Space-Hall zur knüppelnden High on Fire-Geste und zieht einen großen Refrain als Schleife um einen so viel Spaß machenden Clusterfuck von einem Song, bevor The Isolate seine Heaviness im Windschatten von Torche vertändelt, dabei aber den nötigen Mut zu einer latent unorthodoxen Formel-Aufarbeitung beweist, um die Bewertung wohlwollend zwischen den Punkten aufzurunden. Dennoch bleibt zu hoffen, dass Demons My Friends mit Album Nummer 3 der Knopf endlich richtig aufgeht, die Kinderkrankheiten ausgetrieben werden und der Fokus effektiver eingestellt wird.

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