Barren Path – Grieving
Den Start in ein Leben nach Gridlink hat Takafumi Matsubara zuletzt ja bereits durch den Abschluss Perfect Amber und mehr noch mit Birth and Loss vollzogen. Das adelnde Siegel unter diese Zäsur setzt er aber jetzt mit der veritablen Supergroup Barren Path – und deren die hohen Erwartungshaltungen stemmendem Debütalbum Grieving.
Entgegen seines Titels ist Grieving kein Werk, das sich dem Abschiedsschmerz hingibt, sondern eines, das sich voll und ganz in seine nach vorne blickende Aufbruchstimmung legt: hungrig und motiviert, fast atemlos unter Strom stehend mit durchaus rückwärtskompatiblen Kniff.
Denn einerseits machen der unfehlbar liefernde Meister Matsubara und seine Gridlink-Kumpanen Rory Kobzina (Bea$ters, Lorelai) an der Gitarre, Schlagzeugmonster Bryan Fajardo (Cognizant, Noisear, Triage, T
Anderseits verrückt Mitchell Luna als neuer Vorsteher an den Vocals diesen unverkennbar beibehaltenen Grindlink-Sound aus der Science Fiction heraus gleichzeitig auch mit einem herrischen Seitwärtsschritt markant zu seinen anderen Projekten: Maruta, Noisear, Oz
Die Fußstapfen des sich endgültig in den Ruhestand (und wohl auch an den rechten Rand des politischen Spektrums) verabschiedet habenden Jon Chang füllt Luna so mit einer eigenen Gewichtung aus, reitet auf einem die Geschichte seiner Band-Kameraden nahtlos fortsetzenden wie umdenkenden Hybriden. Einem, der sich für den mal subversiven, mal demonstrativen Abnabelunggsprozesse nicht verrenkt, trotz personeller und stilistischer Überschneidungen aus dem Stand heraus (wenngleich eher im Kontext der eigenen Genesis, als in Relation zum Genre an sich betrachtet) eine eigene Identität zeigt, die – und das ist dann wohl auch der elementare Punkt von Grievance – seitens einer als Einheit agierenden Gruppe mit runder Synergie in schlüssiges, zugegeben auch etwas reibungslos-eklektisches Songwriting umgesetzt wird.
Barren Path drängen aggressiv und brutal, grooven in eine keifenden Strom aus Riffs und fauchenden Spasmen, technisch natürlich irre gut, und den fokussierten Blick in nicht einmal 14 Minuten Gesamtspielzeit stets für klare Highlight-Szenen geschärft. (Dass der Mix die tiefen Ebenen des Sounds bisweilen etwas kraftvoller bedienen hätte können, schmälert zu keinem Zeitpunkt die Intensität einer mit grandiosem Artwork ausgestatteten Platte, die im Temporausch hyperventiliert, variabel, dynamisch und im Rahmen betrachtet auch vielseitig angelegt ist.)
Der Quasi-Hit Primordial Black erinnert etwa an die destillierte Essenz von Deeper Than Sky. Isolation Wound nimmt thrashige Tendenzen ins Gespräch. Für Relinquish wird eine heroische Tragweite erahnbar und fängt Space Horror-Interferenzen auf, um ein Interlude zu erzählen, das Raum für die herausragende Schlussphase der Platte schafft.
Besonders Luna Tear schwingt sich dort vor dem Berserker Horizonless als nerdiger Verweis beeindruckend episch zu einer komplett freidrehenden gutturalen Achterbahn auf, exemplarisch viel Bock machend, auf eine makellose Weise begeisternd und den Leistungsgrenzen des (Anspruch, Erwartungshaltung und Erblast so mühelos stemmenden) Quintetts gefühlt am ehesten nahekommend.


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