Beck – Paisley Park Sessions

von am 22. November 2019 in EP, Livealbum

Beck – Paisley Park Sessions

Vor dem noch weiter zum Pop abzweigenden vierzehnten Studioalbum Hyperspace war Beck zu Gast in den Paisley Park Studios, um für Amazon Music seinen inneren Prince zu kanalisieren.

Ich habe den Namen Paisley Park schon gehört, als ich ein Kind war und mir diesen Ort nur vorstellen konnte. Es ist etwas Besonderes, hier zu sein. Jedes Studio hat sein eigenes Innenleben, seine besondere Energie, man fühlt sich sehr kreativ dort. Ich hatte keine Erwartungen an das, was ich wollte, ich kam einfach hier rein und schaute, wohin es mich führte, und es war am Ende sehr überraschend“ gibt Beck zu seinem Gastspiel Protokoll.
Doch eigentlich ist das Ergebnis eben nicht wirklich sehr überraschend: Beck versucht den Geist von Prince über zwei zutiefst funky groovende Jam-Überarbeitungen eigener Songs einzufangen, dazu gibt es gleich ein Medley einiger Hits der 2016 verstorbenen Ikone.

Das an sich jazzig-verspielt-entspannte Where It’s At war seit Odelay ja schon immer ein Anlaufpunkt für Experimente, in den Paisley Studios hat die Nummer nun ein bisschen freakigen Midnite Vultures-Wahnsinn spendiert bekommen und wird zur lockeren 80er-Studio-Party, in der die ganze Band mitfeiert und hinten raus über unverbindliche Gespräche die lockere Atmosphäre widerspiegelt. Der tanzflächenkompatible Colors-Hit Up All Night bekommt einen ähnlich entsprechend-geschmeidigen Funk-Live-Remix mit sexy Robo-Twist, ist noch beschwingter und nutzt seine Eingängigkeit über eine ausgelassene Zwanglosigkeit zu einem weniger austauschbaren Klang, als die Studioversion.
The Paisley Experience geht dann ohnedies vollends im Prince-Modus auf. Das Medley aus Raspberry Beret, When Doves Cry, Kiss und 1999 beginnt mit Synthie-Streichern und akustischer Gitarre nonchalant, verfolgt mit wertkonservativer Wave-Pop-Interpretation leichtgängig die Originale und transportieren ohne essentiellen Geistesblitz primär den Spaß, den wohl alle Beteiligten an der Arbeit hatten.
He’s a big influence for me, he’s an inspiration“ gibt Beck den Urheber der Songs betreffend zu Protokoll. „His musicality, but also playfulness, and the way he performed was really something that I connected with.” Das kann man so für diese nicht restlos essentielle, aber doch interessante Facette unterstreichende EP als nette Fan-Fußnote stehen lassen.

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